Das Legitimationsproblem des modernen Staates und die Fragmentierung der Gesellschaft — Hegels Überlegungen zum Verlust des Allgemeinen weitergedacht

Einleitung In der gesellschasftspolitischen Diskussion unserer Zeit gibt es eine merkwürdige Fokussierung auf zwei Gruppen der Gesellschaft: zum einen werden die Transfer-Empfänger immer wieder an den Pranger gestellt, weil diese angeblich die Arbeit verweigern und zu Unrecht vom Staat finanziert werden. Zumn anderen fokussiert man sich extrem auf die Sexpartys von Superreichen, die sich alles … weiterlesen ›

Kontextualisierung als Grundbedingung von Wahrnehmung, Interaktion und Resilienz

Einleitung In diesem Beitrag geht es um Kontextualisierung als anthropologische Grundbedingung. Wahrnehmung ist niemals isolierte Reizaufnahme. Sie ist immer bereits gerahmt. Was wir sehen, hören oder fühlen, erscheint uns nicht als neutrales Faktum, sondern als bedeutungshaltige Gestalt – und diese Bedeutung entsteht durch Kontextualisierung. Die Gestaltpsychologie hat dies früh gezeigt: Parallele Linien erscheinen schräg, wenn … weiterlesen ›

Wissen, Verstehen, Erfahrung und Handeln im psychotherapeutischen Prozess

Einleitung Wenn man psychotherapeutische Prozesse z.B. im Rahmen der Supervision durchgeht. Stößt man immer wieder auf die im Titel angesprochenen Begriffe des Wissens, Verstehens, der Erfahrung und des Handelns. Dies betrift selbstverständlich zunächst die Seite des Therapeten aber letzt auch die des Patienten. Auch er muss Wisssen ansammeln, sich selbst und seine soziale Umgebung besser … weiterlesen ›

Die Persönlichkeit des Gewinner-Typs — Der Zwang zur permanenten Überlegenheit

Einleitung Es gibt Persönlichkeiten, die Beziehungen, Konflikte und soziale Systeme nach einem einzigen, scheinbar simplen Prinzip organisieren: Es muss einen Gewinner und einen Verlierer geben – und sie selbst sind dabei grundsätzlich der Gewinner. Dieses Muster begegnet uns in Paarbeziehungen, in Familien, in Organisationen, in Wissenschaft, Wirtschaft und Politik. Es handelt sich nicht um bloße … weiterlesen ›

Vom deutschen Gendern als Katalysator für eine Utopie englischer Sprachpraxis in der EU

Einleitung Dieser Beitrag nimmt zum Ausgangspunkt seiner Überlegungen die immer wieder wahrgenommenen Aversionen gegen die englische Sprachpraxis unter jungen Menschen und fragt nach deren Gründen und wie diese Aversionen in der Zukuft weiter aufgelöst werden können, ohne belehrend oder programmatisch zu wirken. Englisch als Sprache der Praxis und als Bedrohung nationaler Besonderheiten Es gehört zu … weiterlesen ›

Zur Diskrepanz von Erwartung und Wirklichkeit

Einleitung Das Problem des Ableichs von Erwartung und Wirklichkeit wurde traditionell vor allem im Bereich militärischen Handelns und militärischer Logik erforscht. Annahmen und Lagebilder stehen in einem ständigen Kontrast miteinander. In der Theorie der militärischen Führung, aber ebenso in der Psychologie des Alltags, stellt sich immer wieder dieselbe Frage: Wie gelingt es, das, was wir … weiterlesen ›

Vom Lärm zur Musik: Die Jagd als Ursprung des Rhythmus

Einleitung Die Entstehung der Musik ist eines der faszinierendsten Kapitel der Menschheitsgeschichte. Bevor sie zum Medium ästhetischer Erfahrung, kultischer Praxis oder seelischer Erhebung wurde, hatte sie vermutlich eine ganz pragmatische Wurzel: den Lärm. Schon in der Frühzeit nutzten Jägergruppen Geräusche, um Tiere zu verunsichern, zu lenken und sie in vorbereitete Fallen zu treiben. Der Schrei, … weiterlesen ›

Antagonismen der Kulturgeschichte zwischen Pessimismus und Fortschrittsglauben

Einleitung Die Hypothese über einen der Hauptwidersprüche des 19. Jahrhunderts, dem zwischen Pessimismus und Fortschrittsglauben, trifft einen zentralen Punkt in der Geistesgeschichte und Kulturgeschichte dieser Zeit. Tatsächlich können die Gedanken einiger Theoretiker im Rahmen dieses Spannungsfeldes beschrieben werden, die sowohl von der zunehmenden Rationalisierung der Gesellschaft als auch von einem tiefen Zweifel an den bestehenden … weiterlesen ›