Einige Überlegungen zur Unterscheidung von Empathie, Mentalisierung und Metakognition sowie zum Problem der Amathia

Einleitung Wer sich mit Psychotherapie beschäftigt, begegnet früher oder später den Begriffen Empathie, Mentalisierung und Metakognition. Hinzu kommt ein Begriff aus der antiken Philosophie, der in den letzten Jahren zunehmend Beachtung findet: Amathia. Obwohl diese vier Konzepte häufig in ähnlichen Zusammenhängen verwendet werden, beschreiben sie keineswegs dasselbe. Vielmehr beantworten sie unterschiedliche Fragen und beziehen sich … weiterlesen ›

Überlegungen zur Dialektik des Erfolgs und die Fallstricke seiner pseudogenialen Wiederholung

Einleitung Es gehört zu den merkwürdigen Konstanten menschlichen Handelns, dass gerade erfolgreiche Strategien besonders anfällig für folgenschwere Irrtümer werden. Man könnte sogar sagen: Der Erfolg ist oft der Anfang des Fehlers. Nicht weil der erste Einfall falsch gewesen wäre – im Gegenteil. Das Problem beginnt erst, wenn ein einmal gelungenes Handeln zur allgemeinen Regel erhoben … weiterlesen ›

Sprecher ohne transgenerationale Muttersprache

Einleitung Sprache ist niemals nur ein Werkzeug zur Informationsübertragung. Sie strukturiert Wahrnehmung, ordnet Wirklichkeit und prägt unbewusst die Art, wie Menschen sich selbst und die Welt erleben. Noch ein Hinweis: Die ersten beiden Teile dieser Ausführungen über Sprache sind getrennt erschienen unter den Titeln: Genderneutralisierte Sprache und Sprache im Exil. Wenn das innere Objekt ohne … weiterlesen ›

Resonanztheoretische Numerologie als tiefenpsychologisches Deutungsmodell

Einleitung Zahlen werden in der modernen Wissenschaft primär als formale, quantitative Entitäten verstanden. In symbolischen, philosophischen und tiefenpsychologischen Traditionen hingegen erscheinen Zahlen zugleich als qualitative Ordnungsbilder, als geometrische formen bzw. Gestalten, die Struktur, Spannung und Entwicklungsstand (z.B. in der Sequenz von 0 bis 9) ausdrücken. Zwischen diesen beiden Perspektiven besteht keine notwendige Konkurrenz, sondern eine … weiterlesen ›

Warum Probleme mit der Stromversorgung so gefährlich sind und viele Ängste auslösen

Einleitung Historisch erleben wir eine gigantische Verschiebung von der Versorgung mit fossilen Energieträgern in Richtung Elektrifizierung. Dies ist aber nicht trivial. Denn wir erleben gerade zwei große Entwicklungen gleichzeitig, die eigentlich in entgegengesetzte Richtungen wirken. Ausweitung des Strombedarfs Auf der einen Seite steigt der Strombedarf stark. Künstliche Intelligenz braucht riesige Rechenzentren, die rund um die … weiterlesen ›

Die Persönlichkeit des Gewinner-Typs — Der Zwang zur permanenten Überlegenheit

Einleitung Es gibt Persönlichkeiten, die Beziehungen, Konflikte und soziale Systeme nach einem einzigen, scheinbar simplen Prinzip organisieren: Es muss einen Gewinner und einen Verlierer geben – und sie selbst sind dabei grundsätzlich der Gewinner. Dieses Muster begegnet uns in Paarbeziehungen, in Familien, in Organisationen, in Wissenschaft, Wirtschaft und Politik. Es handelt sich nicht um bloße … weiterlesen ›

Autistische Beziehungsstrategien am Beispiel von Henry Higgins

Einleitung Professor Henry Higgins ist eine Figur, die sich erst auf den zweiten Blick als Liebender zu erkennen gibt. Vordergründig erscheint er als Sprachwissenschaftler, als Rationalist, als Mann der Systeme und Regeln. Seine Leidenschaft gilt nicht Menschen, sondern Lauten, Akzenten, Klassifikationen. Er hört, was andere sagen, nicht um ihnen zu begegnen, sondern um sie einzuordnen. … weiterlesen ›

Metaphorik als Abwehrstruktur in Sylvia Plaths Roman „Die Glasglocke (The Bell Jar)“

„… wo immer ich auch saß – an Deck eines Schiffes oder in einem Straßencafé in Paris oder Bangkok –, ich säße immer noch unter derselben Glasglocke und schmore in meiner eigenen bitteren Luft.“ „Für den Menschen in der Glasglocke, leer und erstarrt wie ein totes Baby, ist die Welt selbst der böse Traum.“ Einleitung … weiterlesen ›

Zum Spannungsverhältnis von Psyche und Gehirn

Einleitung Die Spannung zwischen psychischem Erleben und neurobiologischem Geschehen ist kein randständiges Problem der Psychologie, sondern berührt ihren innersten Kern. Seit der Entstehung der modernen Psychologie steht sie vor der Aufgabe, einen Gegenstand zu erfassen, der sich zugleich als subjektiv-sinnhaftes Erleben und als leiblich-neuronales Geschehen zeigt. Dieses Doppelgesicht ist keine vorübergehende theoretische Schwierigkeit, sondern Ausdruck … weiterlesen ›

Zur begrifflichen Unterscheidung von Objektverwendung, Manipulation und Missbrauch

Einleitung In zwischenmenschlichen Beziehungen begegnen wir fortlaufend Situationen, in denen Menschen Einfluss auf andere ausüben möchten – sei es, um gemeinsam Ziele zu erreichen, Entscheidungen herbeizuführen oder Konflikte zu lösen. Nicht jede Einflussnahme ist jedoch gleich. Zwischen angemessener Objektverwendung, manipulativer Einflussnahme und Missbrauch bestehen deutliche ethische und psychologische Unterschiede. Diese Unterschiede zu verstehen ist zentral, … weiterlesen ›