Zwischen Konversion und Falsifikation – Nock, Freud, Popper und Festinger über die Krise menschlicher Orientierung

Einleitung Als der Religionshistoriker Arthur Darby Nock 1933 sein berühmtes Werk Conversion veröffentlichte, untersuchte er zunächst ein historisches Problem. Wie war es möglich, dass die religiöse Welt der griechischen Polis allmählich verschwand und durch völlig neue Formen religiöser Orientierung ersetzt wurde? Warum verloren die traditionellen Götter ihre Selbstverständlichkeit, während Mysterienreligionen, philosophische Schulen und schließlich das … weiterlesen ›

Wie denken Psychotherapeuten im Rahmen eines tiefenpsychologischen Paradigmas?

Einleitung Die Frage, wie Psychotherapeuten im Rahmen eines tiefenpsychologischen Paradigmas denken, erscheint zunächst einfach. Man könnte vermuten, tiefenpsychologisch arbeitende Psychotherapeuten würden vor allem „tiefen-psychologisch“ denken – also Gefühle verstehen, Beziehungen deuten oder Konflikte analysieren. Doch bei genauerem Hinsehen zeigt sich, dass psychotherapeutisches Denken weit komplexer ist. Es handelt sich nicht um eine einzelne Denkform, sondern … weiterlesen ›

Autistische Beziehungsstrategien am Beispiel von Henry Higgins

Einleitung Professor Henry Higgins ist eine Figur, die sich erst auf den zweiten Blick als Liebender zu erkennen gibt. Vordergründig erscheint er als Sprachwissenschaftler, als Rationalist, als Mann der Systeme und Regeln. Seine Leidenschaft gilt nicht Menschen, sondern Lauten, Akzenten, Klassifikationen. Er hört, was andere sagen, nicht um ihnen zu begegnen, sondern um sie einzuordnen. … weiterlesen ›

Versuch über optische Rekonstruktionen

Einleitung Rekonstruktionen sind ein besonderes Phänomen, das an der Schnittstelle von Wissenschaft, Ästhetik und Tourismus angesiedelt ist. Ob es sich um die Nachzüchtung einer längst ausgestorbenen Tierart oder um die Wiedererschaffung historischer Lebenswelten in Museumsdörfern handelt – stets geht es darum, Sichtbares zu erzeugen, wo das Original unwiederbringlich verloren ist. Die optische Rekonstruktion hat dabei … weiterlesen ›

Forschungen außerhalb der akademischen Welt

Einleitung „Der Stein, den die Bauleute verworfen haben, ist zum Hauptstein geworden.“ Psalm 118, Vers 22 Die Geschichte der Wissenschaft und Kultur ist nicht nur eine Geschichte akademischer Institutionen, sondern auch eine Geschichte von Marginaslisierten, Außenseitern, Quereinsteigern, Praktikern und Autodidakten. Immer wieder haben Menschen unter widrigen Bedingungen, oft ausgeschlossen von Hauptströmungen akademischer Bildungslaufbahnen, bedeutende Beiträge … weiterlesen ›

Cassirers kritische Theorie über den Anspruch von Klassifikationssystemen auf allgemeine Gültigkeit

Ernst Cassirers Theorie der Klassifikationssysteme Ernst Cassirer (1874-1945) war ein Philosoph des 20. Jahrhunderts. Er wurde vor allem wegen seiner Arbeiten im Bereich der Kulturphilosophie und seiner Philosophie der symbolischen Formen bekannt. Seine Theorie, dass alle Klassifikationssysteme Allgemeingültigkeit beanspruchen, ist ein zentrales Thema seiner philosophischen Überlegungen. Cassirer untersuchte in der Nachfolge Immanuel Kants, Wilhelm von … weiterlesen ›

„Volk der Dichter und Denker“ oder „Volk der Richter und Henker“?

Die These, dass die Deutschen eher ein „Volk der Richter und Henker“ als ein „Volk der Dichter und Denker“ sind, zielt auf eine kritische Auseinandersetzung mit der deutschen Geschichte und Identität ab. Diese Sichtweise kann durch verschiedene historische Ereignisse und Entwicklungen begründet werden. Hier sind einige Beispiele und Erklärungen:Beispiele für „Volk der Richter und Henker“Der … weiterlesen ›