Die Psychotherapie der Borderline-Störung in meiner Praxis

Zur Einführung

Auf dieser Seite erhalten Sie Informationen über die Borderline-Störung im Allgemeinen, über die mit der Borderline-Störung einhergehenden Probleme und Beschwerden sowie Informationen über die Behandlung der Borderline-Störung im Rahmen meiner Praxis für Psychotherapie, Psychoanalyse und Coaching in Berlin-Charlottenburg-Wilmersdorf.

Allgemeine Informationen zur Borderline-Störung

Der Begriff der Borderline-Störung wurde ursprünglich verwendet, um Krankheitsbilder im Grenzbereich von Neurosen und Psychosen anhand der beobachteten Beschwerden zu klassifizieren. Es handelte sich um Patienten, deren Symptome zwar an beide Erkrankungsarten erinnerten, die aber nicht klar einer einzigen Kategorie zugeordnet werden konnten. Der Name “Borderline-Störung” bedeutet also ursprünglich so viel wie “Grenzbereichserkrankung” und bezog sich nur auf die Symptomatik.

Heute wird das Störungsbild zumeist psychodynamisch aufgefasst und es werden nicht nur Symptome beschrieben, sondern darüber hinaus das Bild einer abgrenzbaren Persönlichkeitsorganisation (vgl. hierzu die entsprechenden Kapitel im ICD-10 bzw. DSM IV/ DSM V). Die Beschwerden werden in diesem Zusammenhang zumindest zum Teil als unzulängliche Versuche einer Selbstregulierung verstanden.

Borderline Persönlichkeitsorganisation

Für eine gesicherte Diagnosestellung einer Borderline-Störung im Rahmen einer Borderline-Persönlichkeitsorganisation ist deshalb eine Persönlichkeitsdiagnostik zusätzlich zur Erfassung von einzelnen Symptomen (die auch bei anderen Erkrankungen auftreten können) unerlässlich. Eine Diagnose nur auf der Basis von isoliert beobachteten Symptomen ist zumindest leichtfertig und meist auch falsch.
Einige Leitsymptome für die Borderline-Störung sind: die Unfähigkeit allein zu sein, Instabilität der Gefühlslage und stark ambivalente Einstellungen zu wichtigen Bezugspersonen (z.B. in Form von Abhängigkeitswünschen und aversiven Gefühlen). Insbesondere starke Ängste, Gefühle der inneren Leere, Erlebnishunger, Impulsivität, Destruktivität (der Zwang, sich selbst oder andere zu verletzen oder in irgendeiner Form zu schädigen) spielen zwar häufig eine wichtige Rolle, müssen aber im Kontext der Persönlichkeitsstruktur bewertet werden.

Menschen mit Borderline-Persönlichkeitsorganisation empfinden sich von anderen Menschen im Rahmen eines symbiotischen Beziehungserlebens als abhängig und deshalb häufig im Stich gelassen. Sie meinen in der Regel, sich für Zurückweisungen und narzißtische Kränkungen rächen bzw. andere für tatsächlich oder vermeintlich erlittene Kränkungen bzw. Ungerechtigkeiten bestrafen zu müssen. Um sich von inneren Spannungen befreien zu können, hilft Ihnen es ihnen in letzter Konsequenz aber manchmal nur noch, wenn sie sich selbst verletzen.

Für das psychodynamische Verständnis des destruktiven Verhaltens (wie es u.a. bei Borderline-Patienten vorkommt) ist von Bedeutung, dass die Betroffenen sich latent von der Zerstörung ihrer inneren psychischen Strukturen durch eigene innere destruktive Impulse bedroht fühlen und deshalb dazu neigen, eigene destruktive Impulse nach außen hin – an anderen Menschen oder z.B. auch am eigenen Körper – abzureagieren.

Paradoxe Reaktionen bei Menschen mit Borderline-Störung

In der emotionalen Erlebnisverarbeitung kommt es zu paradoxen Reaktionen: Fremde werden schnell idealisiert, während nahestehenden Personen eher Misstrauen oder Abneigung entgegengebracht wird. Dies kann sich auch negativ auf die Gestaltung der Psychotherapeut-Patient-Beziehung auswirken, sodass Borderline-Patienten die Psychotherapie abbrechen müssen, wenn sie merken, dass sich eine positive und von emotionaler Nähe geprägte Beziehung zum Psychotherapeuten im Verlauf der Therapie herzustellen beginnt. Zu Therapieabbrüchen kann es aber auch leicht kommen, wenn Psychotherapeuten konfliktorientierte Deutungen geben, die von den Patienten als offene oder versteckte Kritik aufgefasst werden.

Borderline-Patienten können in der Regel auch nicht gut eine Drei-Personen-Beziehung gestalten. Mütter, die an einer Borderline-Persönlichkeitsorganisation leiden, erleben den Vater des Kindes in der Regel als Bedrohung, der die Symbiose zwischen ihr und dem Kind stört. Borderline-Väter und Borderline-Mütter neigen zu gewalttätigen, emotionalen oder sexuellen Übergriffen gegenüber ihren Kindern, bzw. sie funktionalisieren ihre Kinder für ihre jeweiligen situativen Bedürfnisse (siehe hierzu auch die Seite zu Kindesmisshandlung). Emotionaler Kindesmissbrauch verbirgt sich dabei häufig hinter einer Fassade übermäßiger Verwöhnung der Kinder oder übermäßigem Engagement für die Kinder.

Beziehungsprobleme bei Menschen mit Borderline-Störung

Beziehungsfiguren, Partner, Freunde von Borderline-Patienten erleben die Beziehung mit und insbesondere die Trennung von Borderline-Patienten häufig als psychisch traumatisierende Erfahrung (siehe hierzu auch die Seite über traumatisierende Partnerschaften). Borderline-Patienten neigen dazu, ihr Lebenspersonal über die Maßen herauszufordern, zu terrorisieren, zu verleumden, zu provozieren, einerseits schlecht zu behandeln und andererseits von sich abhängig zu machen und zu kontrollieren bzw. zu manipulieren.

Bei der Diagnostik einer Borderline-Störung ist von Bedeutung einerseits die Abgrenzung zur Psychose andererseits zur Aufmerksamkeits-Defizit-(Hyperaktivitäts)-Störung (ADS/ADHS) bei Erwachsenen und zur (komplexen) Posttraumatischen Belastungsstörung (PTBS). Häufig wird die Borderline-Störung auch synonym für die Diagnose “instabile Persönlichkeit” verwendet (so auch im ICD). Es ist aber meines Erachtens sinnvoller, diese Kategorien voneinander zu unterscheiden.

Ziele in der Behandlung von Menschen mit Borderline-Störung

Ein großes Problem in der Behandlung von Borderline-Störungen ist die starke Neigung zu verletzendem Verhalten. Hierbei ist wichtig, zu verstehen, dass die Versuche des destruktiven Abreagierens – z.B. in Form von selbst- oder fremdverletzendem Verhalten – einen Schutz vor einer psychotischen Verschlimmerung (Dekompensation) des Krankheitsbildes darstellen.

Ein wichtiges Ziel in der langfristigen Psychotherapie von Borderline-Patienten ist deshalb der Erwerb der Fähigkeit, destruktives Verhalten aufgrund von narzißtischen Kränkungen und unzulänglicher Frustrationstoleranz im Laufe der Zeit in kreatives Handeln umzuwandeln: z.B indem die Betroffenen lernen, sich kreative Möglichkeiten der Konfliktbewältigung zu erschließen, anstatt sich selbst oder andere zu schädigen etc.

Behandlungsangebote in meiner Praxis

Ansatzpunkte für eine psycho-dynamische, d.h. konfliktorientierte Behandlung bei der Borderlinestörung sind in meiner Praxis u.a. die Verbesserung der Frustrationstoleranz, eine Reduzierung der aggressiven Spannungen und damit auch die Anfälligkeit für Albträume, der Abbau von symbiotischem Beziehungserleben, die Reduzierung von Rachephantasien, die Eindämmung von selbstschädigendem Verhalten, die Vermeidung extremer und schneller Stimmungsschwankungen, die Stabilisierung der inneren Bilder von Beziehungspersonen anstelle von schwarz-weiß-Denken, die Reduzierung von aufgesetztem unauthentischen Verhalten und der Neigung zu Manipulation und Instrumentalisierung anderer.

Wenn eine konfliktorientierte psychodynamische Psychotherapie aufgrund akuter psychischer Instabilität nicht möglich ist, kann zumindest kurzfristig – im Rahmen einer Krisenintervention – eine Kompensation der von den Betroffenen erlebten narzißtischen Kränkungen  angestrebt werden.

Die Behandlungsmethode einer Borderline-Störung in meiner Praxis in Berlin-Charlottenburg-Wilmersdorf erfolgt in der Regel in Form einer Kombination von tiefenpsychologisch fundierter bzw. dynamischer Psychotherapie mit handlungsorientierten Ansätzen.

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