Überlegungen zu einem tiefenpsychologisch fundierten Modell in der Behandlung von Traumafolgestörungen

Einleitung Die psychoanalytische Theorie ist historisch in einem spezifischen klinischen Kontext entstanden: der Behandlung neurotischer Störungen. In diesem Rahmen wurden ihre zentralen Begriffe – Über-Ich, Verdrängung, Abwehr, Konflikt – entwickelt und ausdifferenziert. Diese begriffliche Architektur ist in sich kohärent, jedoch funktionell gebunden an das neurotische Strukturmodell. Wird sie ohne Differenzierung auf andere psychische Organisationsformen übertragen, … weiterlesen ›

Psychotherapie und Supervision unter Veränderungsdruck – Das professionelle Feld im Kontext eines geschwächten Über-Ichs

Einleitung Die gegenwärtigen Veränderungen im psychischen Gefüge moderner Gesellschaften betreffen nicht nur individuelle Lebensführung und kulturelle Sinnsysteme, sondern greifen tief in die Struktur professioneller Felder ein, die traditionell auf innere Reifung, Selbstreflexion und Begrenzungsfähigkeit ausgerichtet sind. Psychotherapie und Supervision stehen dabei in besonderer Weise unter Druck, weil sie selbst Träger und Vermittler jener inneren Funktionen … weiterlesen ›

Bedeutungsverlust im Konsumismus – Strukturelle Aspekte eines geschwächten Über-Ichs

Einleitung Der vielfach diagnostizierte Bedeutungsverlust der Gegenwart wird meist als individuelles Erschöpfungs- oder Sinnproblem beschrieben. Im Vordergrund stehen dann subjektive Überforderung, depressive Befindlichkeiten oder mangelnde Resilienz. Eine solche Perspektive greift jedoch zu kurz, weil sie die strukturellen Bedingungen ausblendet, unter denen sich psychisches Erleben heute formt. Der Verlust von Bedeutung ist weniger Ausdruck individueller Schwäche … weiterlesen ›