Himmel und Hölle im Forschungslabor — Kafkas und Calhouns Arbeiten über die Notwendigkeit von Spannung und Vermittlung

Einleitung In diesem Beitrag geht es um die Fragen: Was geschieht mit einem System, wenn ihm jede Herausforderung genommen wird? Und: Was geschieht mit einem Individuum, wenn es keiner Herausforderung mehr trauen kann? Dies soll anhand der Arbeiten von Franz Kafka und John Calhoun näher untersucht werden. Auf den ersten Blick verbindet den Schriftsteller Franz … weiterlesen ›

Überlegungen zu einem tiefenpsychologisch fundierten Modell in der Behandlung von Traumafolgestörungen

Einleitung Die psychoanalytische Theorie ist historisch in einem spezifischen klinischen Kontext entstanden: der Behandlung neurotischer Störungen. In diesem Rahmen wurden ihre zentralen Begriffe – Über-Ich, Verdrängung, Abwehr, Konflikt – entwickelt und ausdifferenziert. Diese begriffliche Architektur ist in sich kohärent, jedoch funktionell gebunden an das neurotische Strukturmodell. Wird sie ohne Differenzierung auf andere psychische Organisationsformen übertragen, … weiterlesen ›

Versuch über Bescheidenheit als vergessener Kardinaltugend unserer Zeit

Einleitung Die Gegenwart steht im Zeichen der Steigerung. Konflikte eskalieren, Diskurse verhärten sich, Lebensweisen überfordern Körper und Psyche, politische Debatten zerfallen in Schlagworte, und selbst Wahrheit scheint zur Verfügungsmasse konkurrierender Narrative geworden zu sein. Inmitten dieser Dynamiken wirkt ein Begriff beinahe anachronistisch: Bescheidenheit. Und doch könnte gerade sie jene vergessene Kardinaltugend sein, die einen Ausweg … weiterlesen ›

Aspekte der Verarbeitung von Traumatisierungen im Krieg

Einleitung Anhand von sehr unterschiedlichen literarischen Verarbeitungen von traumatisierenden Kriegserfahrungen im Ersten Weltkrieg, soll in diesem Beitrag auf die sehr divergenten Antworten und Verarbeitungsweisen von Traumatisierungen hingewiesen werden. Als Beispiele dienen die Werke von i Erich Maria Remarque, Ernst Jünger und J.R.R. Tolkien, die augrund eigener Erfahrungen im Krieg zu literafischen Werken inspiriert worden sind. … weiterlesen ›

Plädoyer für eine Pädagogik der Zumutung

Einleitung Dieser Blogbeitrag handelt vom Wert der Zumutung – Über Erziehung, Verwöhnung und die neue Verletzlichkeit der gegenwärtigen jugen Generation. Traumatisierung und Heilung im Märchen „Tischlein deck dich“ Das Märchen „Tischlein deck dich“ erzählt von drei Brüdern, die vom Vater ungerecht behandelt werden. Ohne eigenes Verschulden des Hauses verwiesen, erfahren sie Kränkung und Entwertung. Heute … weiterlesen ›

Somatic Experiencing in der Tiefenpsychologie

Einleitung Somatic Experiencing (SE) ist eine körperorientierte Therapiemethode, die von Dr. Peter Levine entwickelt wurde, um Menschen bei der Verarbeitung von Traumata zu helfen. Sie konzentriert sich darauf, die körperlichen Empfindungen (somatische Reaktionen) zu nutzen, um das autonome Nervensystem zu regulieren und die in Folge eines Traumas eingefrorenen körperlichen und emotionalen Reaktionen zu lösen. Grundprinzipien … weiterlesen ›

Die Bedeutung der Neurobiologie für die Psychotherapie

Einleitung: Ergebnisse der Neurobiologie und ihre Relevanz für die Psychotherapie In diesem Beitrag sollen drei Beispiele genannt werden, inwiefern Ergebnisse der Neurobiologie von Interesse sein können für die Theoriebildung und Praxis der Psychotherapie. Hierzu gehören Forschungen zum Default Mode Network (DMN) und dem Begriff des Unbewussten, zur Neuroplastizität in ihrer Bedeutung für das Lernen aus … weiterlesen ›

Evolutionstheorien gestern und heute: Bedeutung für die Psychotherapie

Die Bedeutung der Evolutionstheorie als Grundlagenwissenschaft für die Psychotherapie Einleitung Charles Darwins Theorie der Evolution, die 1859 in seinem Werk Über die Entstehung der Arten (On the Origin of Species) veröffentlicht wurde, ist eine der einflussreichsten wissenschaftlichen Theorien und bildet bis heute das Fundament der modernen Biologie. Seine Theorie basiert auf zwei zentralen Mechanismen: Variation … weiterlesen ›

Die Bedeutung des Kern-Selbst für das subjektive Erleben

Das Konzept des Kern-Selbst ist zentral in der Psychologie und Psychoanalyse und bezieht sich auf das tiefste, grundlegendste Gefühl der eigenen Identität und Existenz. Es bildet die Grundlage für das Gefühl, lebendig zu sein, und beeinflusst wesentlich, wie wir uns selbst wahrnehmen und mit der Welt interagieren. Entstehung des Kern-Selbst Frühe Kindheit und Entwicklung: Das … weiterlesen ›

Neuro-Mythen in Pädagogik und Psychotherapie

Einleitung Neuro-Mythen sind weit verbreitete Missverständnisse oder Fehlinterpretationen über das Gehirn und seine Funktionsweise, die oft durch populärwissenschaftliche Darstellungen, Medienberichte oder ungenaue Bildungsinhalte verbreitet werden. Diese Mythen basieren meist auf veralteten oder ungenau interpretierten wissenschaftlichen Informationen und können dazu führen, dass falsche Vorstellungen über Neurowissenschaften in der Gesellschaft verankert werden. Hier sind einige gängige Neuro-Mythen: … weiterlesen ›