Die Bedeutung des Life Drawings für Formbildung, Handlungskompetenz und Wahrheitsfindung

Einleitung Life Drawing (dt. Aktzeichnen) erscheint auf den ersten Blick als eine klassische Übung der bildenden Kunst: das Zeichnen oder Malen eines lebenden Modells zur Schulung von Wahrnehmung, Proportion und Ausdruck. Historisch galt es lange als Grundlage akademischer Kunstausbildung und wurde von Künstlern unterschiedlichster Richtungen praktiziert – von der Renaissance bis zur Moderne. Doch seine … weiterlesen ›

Himmel und Hölle im Forschungslabor — Kafkas und Calhouns Arbeiten über die Notwendigkeit von Spannung und Vermittlung

Einleitung In diesem Beitrag geht es um die Fragen: Was geschieht mit einem System, wenn ihm jede Herausforderung genommen wird? Und: Was geschieht mit einem Individuum, wenn es keiner Herausforderung mehr trauen kann? Dies soll anhand der Arbeiten von Franz Kafka und John Calhoun näher untersucht werden. Auf den ersten Blick verbindet den Schriftsteller Franz … weiterlesen ›

Die Bewunderung von Schönheit und Luxus als Religion unserer Zeit und ihre Beziehung zu Narzissmus und Wohlstandsverwahrlosung

Einleitung In diesem Beitrag über den Zusammenhang von Schönheit, Narzissmus und Wohlstandsverwahrlosung geht es um Gedanken, die durch die Arbeiten von John Calhoun zu seinem „Mäuseparadies“ inspiriert wurden, insbesondere durch seine Beschreiben der dort beobachtbaren „beautiful ones“. Calhoun beschreibt, wie eine Population unter Bedingungen mit maximaler Versorgung und vollständiger Bedürfnisbefriedigung nicht etwa stabil bleibt, sondern … weiterlesen ›

Resonanztheoretische Numerologie als tiefenpsychologisches Deutungsmodell

Einleitung Zahlen werden in der modernen Wissenschaft primär als formale, quantitative Entitäten verstanden. In symbolischen, philosophischen und tiefenpsychologischen Traditionen hingegen erscheinen Zahlen zugleich als qualitative Ordnungsbilder, als geometrische formen bzw. Gestalten, die Struktur, Spannung und Entwicklungsstand (z.B. in der Sequenz von 0 bis 9) ausdrücken. Zwischen diesen beiden Perspektiven besteht keine notwendige Konkurrenz, sondern eine … weiterlesen ›

Vom Imaginären, der Fiktionalisierung und dem Wunschdenken

Einleitung Sehr häufig wird im Zusammenhang mit dem französischen Psychoanalytiker Lacan vom Imaginären gesprochen, ohne dass dieser Begriff klar definiert würde. In diesem Beitrag soll eine Abgrenzung versucht werden zu den verwandeten Begriffen Fiktionalisierung und Wunschdenken. Das Imaginäre im Zusammenhang mit Euphorie, Idealisierung und Verführung Das Imaginäre ist nach Lacan (1901-1981) nicht einfach nur so … weiterlesen ›