Gedanken zu Vergangenheitsorientierung, Gegenwartsorientierung und Zukunftsorientierung in der tiefenpsychologisch fundierten Psychotherapie

Einleitung Die moderne Psychotherapie beschäftigt sich intensiv mit der Vergangenheit. Kindheitserfahrungen, infantile Konflikte, Symbiose und Individuation, Bindungserfahrungen, Traumata, Prägungen und Beziehungsgeschichten rund um Eifersucht und Rivalität gelten als wichtige Schlüssel zum Verständnis psychischer Probleme. Diese Perspektive ist zweifellos berechtigt. Niemand entwickelt sich im luftleeren Raum. Jeder Mensch trägt die Spuren seiner Geschichte in sich. Dennoch … weiterlesen ›

Die chaostheoretische Begründung einer zukünftigen Psychodynamik und ihre Bedeutung für die Tiefenpsychologie

Einleitung Die klassische Tiefenpsychologie entstand im Zeitalter des naturwissenschaftlichen Determinismus. Sigmund Freud war überzeugt, dass psychische Prozesse prinzipiell ebenso gesetzmäßig erklärbar seien wie physikalische oder biologische Vorgänge. Hinter Symptomen sollten sich eindeutige Ursachen, stabile Mechanismen und allgemeine psychodynamische Gesetze finden lassen. Gerade hierin lag jedoch möglicherweise ein grundlegendes Selbstmissverständnis der frühen Psychoanalyse. Denn Freud entwickelte … weiterlesen ›

Grundüberzeugungen als organisierende Annahmen psychischer Prozesse

Einleitung Der Begriff der Grundüberzeugungen spielt in unterschiedlichen psychotherapeutischen Traditionen eine zentrale Rolle. Sowohl in der kognitiven Verhaltenstherapie als auch in der psychoanalytischen und tiefenpsychologischen Theorie wird davon ausgegangen, dass relativ stabile Annahmen über das Selbst, andere Menschen und die Welt das Erleben und Verhalten eines Individuums nachhaltig prägen. Trotz dieser begrifflichen Nähe unterscheiden sich … weiterlesen ›

Was heißt „Arbeit an der Struktur“? Eine klinische Bestandsaufnahme

Einleitung Der Ausdruck „Arbeit an der Struktur“ gehört zu den geläufigen Formulierungen der psychodynamischen Psychotherapie. Er verweist auf therapeutische Ansätze, die nicht primär auf die Aufdeckung unbewusster Konflikte zielen, sondern auf die Stabilisierung und Entwicklung grundlegender psychischer Funktionen. Insbesondere im Kontext der strukturbezogenen Psychotherapie wird darunter eine gezielte Förderung von Fähigkeiten wie Affektregulation, Selbstwahrnehmung, Impulskontrolle … weiterlesen ›