Sozialpsychologische Aspekte einer europäischen Einigung

Einleitung Es liegt auf der Hand: Eine politisch und strategisch geeinte europäische Union würde den Einfluss externer Großmächte wie der Vereinigte Staaten und Russland spürbar reduzieren. Nicht, weil Europa feindlich wäre, sondern weil es als eigenständiger Referenzpunkt auftreten könnte. Genau darin liegt der Kern der Spannung: Einheit verringert externe Einflussnahme, Fragmentierung erhöht sie – unabhängig … weiterlesen ›

Ratlos angesichts des Populismus — Deklassierungsangst als Symptom einer stillen Erosion der Demokratie

Einleitung Viele Menschen, mit denen ich in Gesprächen, Beratungen oder öffentlichen Diskursen zu tun habe, beschreiben ein ähnliches Gefühl: das Gefühl, dass der Boden unter den eigenen Füßen unsicher geworden ist. Dass Regeln, die lange galten, nicht mehr verlässlich sind. Dass Anstrengung, Anpassung und Vernunft keine Garantie mehr bieten für eine diskursive Bezugnahme auf gesellschaftliche … weiterlesen ›

Vom Imaginären, der Fiktionalisierung und dem Wunschdenken

Einleitung Sehr häufig wird im Zusammenhang mit dem französischen Psychoanalytiker Lacan vom Imaginären gesprochen, ohne dass dieser Begriff klar definiert würde. In diesem Beitrag soll eine Abgrenzung versucht werden zu den verwandeten Begriffen Fiktionalisierung und Wunschdenken. Das Imaginäre im Zusammenhang mit Euphorie, Idealisierung und Verführung Das Imaginäre ist nach Lacan (1901-1981) nicht einfach nur so … weiterlesen ›

Von der Relevanz Montesquieus Dekadenztheorie

Einleitung Montesquieu (1689-1755) wurde als Kind in einer Familie des Amtsadels geboren. Seine Theorie über den Aufstieg und die Dekadenz von Staaten, wie er sie in seinem Werk De l’esprit des lois (1748) darlegte, ist in vielerlei Hinsicht auch heute noch von Relevanz. Einige seiner Kernideen lassen sich auf aktuelle politische und gesellschaftliche Entwicklungen anwenden: … weiterlesen ›