Spaltungsmechanismen in der Massenpsychologie

Einleitung In diesem Beitrag über Massenpsychologie möchte ich mich vor allem mit dem Mechanismus der Spaltung beschäftigen. Um dies besser einordnen zu können, möchte ich zunächst auf die wesentlichen -Autoren auf dem Gebeit der Massenpsychologie eingehen. Die Massenpsychologie entwickelt sich im 19. und 20. Jahrhundert an der Schnittstelle von Philosophie, Soziologie, Psychologie und politischer Theorie. … weiterlesen ›

Woran scheitern Demokratien? — Gedanken zu Platon und Popper

Einleitung Die politische Philosophie steht seit ihren Anfängen vor einem Grundproblem, das sich bis heute nicht endgültig lösen lässt: Wie kann Macht so organisiert werden, dass sie nicht missbraucht wird? Zwei der einflussreichsten Antworten auf diese Frage stammen aus sehr unterschiedlichen Epochen: Platons radikale Kritik der Demokratie in der Antike und Karl Poppers Verteidigung der … weiterlesen ›

Opferrituale in der Moderne

Einleitung Opferrituale gehören zu den ältesten und kulturübergreifend am weitesten verbreiteten religiösen Praktiken der Menschheitsgeschichte. Sie finden sich in archaischen Stammesgesellschaften ebenso wie in den Hochkulturen des Altertums und prägen – in transformierter Form – auch die großen Weltreligionen. Aus religionswissenschaftlicher Perspektive lassen sich Opfer jedoch nicht auf blutige Rituale oder kultische Handlungen reduzieren. Vielmehr … weiterlesen ›

Die Persönlichkeit des Gewinner-Typs — Der Zwang zur permanenten Überlegenheit

Einleitung Es gibt Persönlichkeiten, die Beziehungen, Konflikte und soziale Systeme nach einem einzigen, scheinbar simplen Prinzip organisieren: Es muss einen Gewinner und einen Verlierer geben – und sie selbst sind dabei grundsätzlich der Gewinner. Dieses Muster begegnet uns in Paarbeziehungen, in Familien, in Organisationen, in Wissenschaft, Wirtschaft und Politik. Es handelt sich nicht um bloße … weiterlesen ›

Zur psychiatrische Beurteilung im Prozess von Nürnberg

Einleitung Douglas M. Kelley war der US-Militärpsychiater, der 1945/46 im Gefängnis von Nürnberg die inhaftierten NS-Hauptkriegsverbrecher psychologisch untersuchte. Sein Ziel war u. a. herauszufinden, ob es eine „Nazi-Persönlichkeit“ oder „Nazi-Psyche“ gibt. Kelleys wichtigste Erkenntnis Kelleys wichtigste Erkenntnis war, dass kein einheitlicher psychologischer Typus die Täter des Nationalsozialismus kennzeichnete. Die von ihm eingesetzten psychologischen Tests – … weiterlesen ›

Sinn und Funktion des gezeichneten Portraits

Einleitung Das Zeichnen von menschlichen Porträts hat tiefe kulturelle und psychologische Wurzeln. Porträts spielen in vielen Gesellschaften eine wichtige Rolle, weil sie Züge des jeweiligen Individuum im gesellschaftlichen und historischen Kontext zum Ausdruck bringen. Es gibt mehrere Gründe, warum Menschen Porträts anfertigen, und diese können sowohl emotionaler als auch künstlerischer oder symbolischer Natur sein: Selbstbeobachtung … weiterlesen ›

Zur figurativen Kunst in der Frühzeit

Einleitung Die figurative Kunst bis zur Klassischen Antike (5. Jahrhundert v. Chr.), zeigt einen bemerkenswerten Wandel in der Darstellung des Menschen, aber auch tiefere kulturelle und geistige Inhalte, die in den verschiedenen frühen Hochkulturen zum Ausdruck gebracht werden. Diese Darstellungen waren eng mit religiösen, philosophischen und politischen Vorstellungen verknüpft. Die Darstellung des Menschen in der … weiterlesen ›

Die Tendenz zur Pathologisierung von Andersartigkeit

Einleitung Menschen werden häufig schief angesehen, verachtet oder pathologisiert, weil sei irgendwie anders sind als der Durchschnitt. In diesem Beitrag soll es vor allem um die Rolle der Pathologisierungen gehen, die vor allem im Bereich der Psychologie und der Psychotherapie zu schnell vorgenommen werden. In einem ersten Abschnitt werden die gesellschaftliche Funktionen von Pathologisierungen beschreiben. … weiterlesen ›

Folgen von Verwöhnung, Misshandlung und Verlust

Einleitung Es gibt auffällige Parallelen in der Persönlichkeitsstruktur von Adolf Hitler (1889-1945) und Heinrich dem VIII. (1491-1547). Beide entwickelten sich zu kaltblütigen Mördern, nachdem sie erst von ihren Vätern extrem lieblos behandelt und von ihren Müttern extrem verwohnt worden waren und sie den Tod von Geschwistern überleben konnten. Beide brachen beim frühen Tod ihrer Mütter … weiterlesen ›

Das Dopamin-Belohnungssystem, der neurobiologische Verführer

Einleitung Das Dopamin-Belohnungssystem umfasst neuronale Strukturen wie den Nucleus accumbens, das ventrale tegmentale Areal (VTA) und den präfrontalen Kortex. Diese Strukturen sind entscheidend für die Verarbeitung von Belohnungen und die Motivation, belohnende Verhaltensweisen zu wiederholen. Das Dopamin-Belohnungssystem — oder auch Lust-Unlust-Prinzip — hat bei unseren nächsten tierischen Verwandten mehrere wichtige evolutionsbiologische Funktionen, die zur Anpassung … weiterlesen ›