Überlegungen zur Dialektik des Erfolgs und die Fallstricke seiner pseudogenialen Wiederholung

Einleitung Es gehört zu den merkwürdigen Konstanten menschlichen Handelns, dass gerade erfolgreiche Strategien besonders anfällig für folgenschwere Irrtümer werden. Man könnte sogar sagen: Der Erfolg ist oft der Anfang des Fehlers. Nicht weil der erste Einfall falsch gewesen wäre – im Gegenteil. Das Problem beginnt erst, wenn ein einmal gelungenes Handeln zur allgemeinen Regel erhoben … weiterlesen ›

Versuch über Bescheidenheit als vergessener Kardinaltugend unserer Zeit

Einleitung Die Gegenwart steht im Zeichen der Steigerung. Konflikte eskalieren, Diskurse verhärten sich, Lebensweisen überfordern Körper und Psyche, politische Debatten zerfallen in Schlagworte, und selbst Wahrheit scheint zur Verfügungsmasse konkurrierender Narrative geworden zu sein. Inmitten dieser Dynamiken wirkt ein Begriff beinahe anachronistisch: Bescheidenheit. Und doch könnte gerade sie jene vergessene Kardinaltugend sein, die einen Ausweg … weiterlesen ›

Ängste angesichts hegemonialer Interventionspolitik der USA

Einleitung In diesem Blog über psychologische und psychotherapeutische Themen gehe ich auf die wachsenden Ängste ein, die sich an der hegemonialen amerikanischen Interventionspolitik entzünden – exemplarisch am Fall Venezuela, aber darüber hinausreichend. Die Diskussion um eine angebliche oder reale Entführung Maduros wirft völker- und verfassungsrechtliche Fragen auf. Was in der öffentlichen Debatte jedoch regelmäßig unterbelichtet … weiterlesen ›

Angst im Zeitalter der hybriden Kriegsführung

Einleitung Dieser Beitrag versucht aus psychologischer Sicht die Implikationen der modernen hybriden Kriegsführung besser einzuordnen. Dabei soll die Angst nicht als Nebenaspekt adressiert, sondern als wesentliches Ziel der hybriden Kriegsführung herausgearbeitet werden. Dementsprechend ist es von besonderer Bedeutung im Rahmen einer Verteidigung, die Resilienz demokratischer Gesellschaften im Umgang mit einer Eskalation der Angst zu verbessern. … weiterlesen ›

Warum Krieg — Zum dynamischen Verhältnis von Inzestscheu und Kriegsbegeisterung

Einleitung Das Inzesttabu gilt als eine der ältesten und universellsten kulturellen Errungenschaften der Menschheit. Claude Lévi-Strauss sah in ihm den eigentlichen Gründungsakt von Kultur, Sigmund Freud deutete es als notwendige Antwort auf archaische libidinöse Wünsche. Weniger beachtet wird jedoch, dass das Inzestverbot nicht nur eine regulierende, sondern auch eine dynamische Funktion erfüllt: Es erzeugt Spannungen, … weiterlesen ›

Aspekte der Verarbeitung von Traumatisierungen im Krieg

Einleitung Anhand von sehr unterschiedlichen literarischen Verarbeitungen von traumatisierenden Kriegserfahrungen im Ersten Weltkrieg, soll in diesem Beitrag auf die sehr divergenten Antworten und Verarbeitungsweisen von Traumatisierungen hingewiesen werden. Als Beispiele dienen die Werke von i Erich Maria Remarque, Ernst Jünger und J.R.R. Tolkien, die augrund eigener Erfahrungen im Krieg zu literafischen Werken inspiriert worden sind. … weiterlesen ›

Zur Diskrepanz von Erwartung und Wirklichkeit

Einleitung Das Problem des Ableichs von Erwartung und Wirklichkeit wurde traditionell vor allem im Bereich militärischen Handelns und militärischer Logik erforscht. Annahmen und Lagebilder stehen in einem ständigen Kontrast miteinander. In der Theorie der militärischen Führung, aber ebenso in der Psychologie des Alltags, stellt sich immer wieder dieselbe Frage: Wie gelingt es, das, was wir … weiterlesen ›

Zur Verdrängung des männlichen Aktes und dem Verlust des abstrakten Denkens

Einleitung In diesem Beitrag soll der Frage nachgegangen werden, mit welchen Konsequenzen zu rechnen ist, wenn das Aktzeichnen insgesamt in der Ausbildung von Gestaltern marginalisiert wird und dort, wo es noch stattfindet in der Regel mit weiblichen Modellen betrieben wird. Deshalb ist zunächst nur zu konstatieren: Die Konzentration auf den männlichen Akt als zentrales Motiv … weiterlesen ›

Sterben als Metapher im Fin de Siècle und als brutale Realität an deren Ende

Todessehnsucht und beschleunigte Industrialisierung Todessehnsucht, oder „Sehnsucht nach dem Tod“, ist ein zentraler Aspekt der Kultur des fin de siècle (Ende des 19. Jahrhunderts). Diese Zeitperiode, die grob die letzten zwei Jahrzehnte des 19. Jahrhunderts und die Zeit bis zum ersten Weltkrieg umfasst, war von einem tiefen Gefühl der Dekadenz, des Pessimismus und der Desillusionierung … weiterlesen ›