Die Bedeutung der Psychologisierung für die Erosion vertrauensvoller Beziehungen und die Dekonstruktion der Psychotherapie als Profession

Einleitung Die moderne Gesellschaft erlebt gegenwärtig eine eigentümliche Entwicklung. Während psychologische Begriffe, Modelle und Erklärungsmuster eine nie dagewesene Verbreitung erfahren, scheint zugleich das Vertrauen in zwischenmenschliche Beziehungen, institutionelle Autoritäten und selbst in die Psychotherapie als Profession zu erodieren. Psychologie ist längst nicht mehr auf therapeutische oder wissenschaftliche Kontexte beschränkt. Sie ist Bestandteil populärer Kultur geworden. … weiterlesen ›

Psychotherapie und Supervision unter Veränderungsdruck – Das professionelle Feld im Kontext eines geschwächten Über-Ichs

Einleitung Die gegenwärtigen Veränderungen im psychischen Gefüge moderner Gesellschaften betreffen nicht nur individuelle Lebensführung und kulturelle Sinnsysteme, sondern greifen tief in die Struktur professioneller Felder ein, die traditionell auf innere Reifung, Selbstreflexion und Begrenzungsfähigkeit ausgerichtet sind. Psychotherapie und Supervision stehen dabei in besonderer Weise unter Druck, weil sie selbst Träger und Vermittler jener inneren Funktionen … weiterlesen ›

Ratlos angesichts des Populismus — Deklassierungsangst als Symptom einer stillen Erosion der Demokratie

Einleitung Viele Menschen, mit denen ich in Gesprächen, Beratungen oder öffentlichen Diskursen zu tun habe, beschreiben ein ähnliches Gefühl: das Gefühl, dass der Boden unter den eigenen Füßen unsicher geworden ist. Dass Regeln, die lange galten, nicht mehr verlässlich sind. Dass Anstrengung, Anpassung und Vernunft keine Garantie mehr bieten für eine diskursive Bezugnahme auf gesellschaftliche … weiterlesen ›