Zwischen Konversion und Falsifikation – Nock, Freud, Popper und Festinger über die Krise menschlicher Orientierung

Einleitung Als der Religionshistoriker Arthur Darby Nock 1933 sein berühmtes Werk Conversion veröffentlichte, untersuchte er zunächst ein historisches Problem. Wie war es möglich, dass die religiöse Welt der griechischen Polis allmählich verschwand und durch völlig neue Formen religiöser Orientierung ersetzt wurde? Warum verloren die traditionellen Götter ihre Selbstverständlichkeit, während Mysterienreligionen, philosophische Schulen und schließlich das … weiterlesen ›

Tschechows Krankenstation als metaphorischer Ort

Einleitung Bereits die Romantiker hatten das Individuum in seiner Subjektivität als empfindendes Wesen in die Literatur eingebracht. Etwa 100 Jahre später wird die Frage nach dessen Subjektivität im Rahmen existenzialistischer Welterfahrung neu beantwortet. Jetzt erscheint das Subjekt wesenhaft ohnmächtig gegenüber seiner Umwelt. Deshalb hier der Rekurs auf Tschechow und die sich an ihn anknüpfende Literatur. … weiterlesen ›

Jenseits der Akzeptanz — Hiob als Figur zwischen Entzauberung und Simplifizierung

Einleitung Die biblische Gestalt des Hiob markiert einen Wendepunkt im religiösen und anthropologischen Denken. In ihm tritt ein Mensch hervor, der Schicksalsschläge nicht mehr primär im Modus archaischen magischen Denkens deutet – also weder als gerechte Strafe für eigenes Fehlverhalten noch als Ergebnis feindlicher Zauberhandlungen anderer –, sondern der das Leid als letztlich unverfügbar akzeptiert. … weiterlesen ›

Zur Verdrängung des männlichen Aktes und dem Verlust des abstrakten Denkens

Einleitung In diesem Beitrag soll der Frage nachgegangen werden, mit welchen Konsequenzen zu rechnen ist, wenn das Aktzeichnen insgesamt in der Ausbildung von Gestaltern marginalisiert wird und dort, wo es noch stattfindet in der Regel mit weiblichen Modellen betrieben wird. Deshalb ist zunächst nur zu konstatieren: Die Konzentration auf den männlichen Akt als zentrales Motiv … weiterlesen ›

Cassirers kritische Theorie über den Anspruch von Klassifikationssystemen auf allgemeine Gültigkeit

Ernst Cassirers Theorie der Klassifikationssysteme Ernst Cassirer (1874-1945) war ein Philosoph des 20. Jahrhunderts. Er wurde vor allem wegen seiner Arbeiten im Bereich der Kulturphilosophie und seiner Philosophie der symbolischen Formen bekannt. Seine Theorie, dass alle Klassifikationssysteme Allgemeingültigkeit beanspruchen, ist ein zentrales Thema seiner philosophischen Überlegungen. Cassirer untersuchte in der Nachfolge Immanuel Kants, Wilhelm von … weiterlesen ›