Drei Grundformen religiöser Orientierung – Zur Formbildung spiritueller Vermittlung zwischen Mensch und Welt

Einleitung Religiöse Systeme lassen sich nicht allein als Sammlungen von Glaubenssätzen oder kulturellen Traditionen verstehen. Sie sind vielmehr als historisch gewachsene Formen der Orientierung zu begreifen, in denen sich eine grundlegende Frage verdichtet: Wie kann sich der Mensch zu einer Welt in Beziehung setzen, die ihm weder vollständig verfügbar noch eindeutig erschlossen ist? In diesem … weiterlesen ›

Die Bewunderung von Schönheit und Luxus als Religion unserer Zeit und ihre Beziehung zu Narzissmus und Wohlstandsverwahrlosung

Einleitung In diesem Beitrag über den Zusammenhang von Schönheit, Narzissmus und Wohlstandsverwahrlosung geht es um Gedanken, die durch die Arbeiten von John Calhoun zu seinem „Mäuseparadies“ inspiriert wurden, insbesondere durch seine Beschreiben der dort beobachtbaren „beautiful ones“. Calhoun beschreibt, wie eine Population unter Bedingungen mit maximaler Versorgung und vollständiger Bedürfnisbefriedigung nicht etwa stabil bleibt, sondern … weiterlesen ›

Spaltungsmechanismen in der Massenpsychologie

Einleitung In diesem Beitrag über Massenpsychologie möchte ich mich vor allem mit dem Mechanismus der Spaltung beschäftigen. Um dies besser einordnen zu können, möchte ich zunächst auf die wesentlichen -Autoren auf dem Gebeit der Massenpsychologie eingehen. Die Massenpsychologie entwickelt sich im 19. und 20. Jahrhundert an der Schnittstelle von Philosophie, Soziologie, Psychologie und politischer Theorie. … weiterlesen ›

Gedanken zu religiösem Glauben, Zweifel und Bigotterie

Einleitung — Glaube als identifikatorische Sinnstruktur Glaube wird im öffentlichen Diskurs häufig entweder als irrationales Für-wahr-Halten oder als bloßes kulturelles Erbe verstanden. Psychologisch betrachtet lässt sich Glaube jedoch differenzierter beschreiben: als eine tiefverwurzelte Identifikation mit einer sinnstiftenden Geschichte oder Symbolwelt – etwa den Narrationen der Bibel –, die als unantastbar und nicht beliebig austauschbar erlebt … weiterlesen ›

Albert Camus – der revoltierende Sisyphos

Einleitung Albert Camus (1913-1960), der eigenwilligste Vertreter des französischen Existenzialismus, hat eine Interpretation dieses philosophischen Ansatzes entwickelt, die in seinem Werk „Der Mensch in der Revolte“ (frz. „L’Homme révolté“) deutlich wird. Im Gegensatz zu anderen Existenzialisten, insbesondere Jean-Paul Sartre, lehnt Camus den Begriff des Existenzialismus für sich selbst ab. Dennoch teilt er viele Grundannahmen dieser … weiterlesen ›

Die Entwicklung des Urchristentums zur katholischen Kirche

Das Urchristentum Die Jesuanische Bewegung, auch bekannt als die Urgemeinde oder die Jesus-Bewegung, war ursprünglich eine innerjüdische Glaubensrichtung, die sich um die Gestalt Jesu von Nazareth entwickelte. Diese Bewegung entstand im 1. Jahrhundert n. Chr. im Kontext des Judentums auf dem Gebiet des historischen Israel und stellte keine Abkehr von der jüdischen Tradition dar, sondern … weiterlesen ›