Kritik an Robert Musils Konzept der Dummheit

Einleitung Der Titel dieses Essays ist bewusst provokant gewählt. Tatsächlich richtet sich die folgende Kritik weniger gegen Robert Musil als gegen einen einzelnen Begriff, den er für eine seiner treffendsten Beobachtungen gewählt hat. Musil beschreibt mit großer psychologischer Präzision ein Phänomen, das Wissenschaft, Philosophie und Alltagsleben gleichermaßen durchzieht: die Neigung des Menschen, zu früh zu … weiterlesen ›

Von der Mythologie zur Epistemologie — Sokrates und Poseidon als Gegenspieler und Verbündete

Einleitung Die Philosophiegeschichte erzählt den Übergang vom Mythos zum Logos häufig als Geschichte der Entzauberung: Der Mensch löst sich von den Göttern, ersetzt mythologische Erzählungen durch rationale Argumentation und gewinnt dadurch eine verlässlichere Orientierung in der Welt. Legendär verdichtet sich diese Erfahrungswelt in Homers Darstellung des Verhältnisses von Odysseus und Poseidon. Doch vielleicht ist diese … weiterlesen ›

Grundprobleme einer mehrdimensionalen Theorie subjekthaften Handelns

Einleitung Die Frage nach den Bedingungen der Möglichkeit subjekthaften Handelns, das es dem Einzelnen erlaubt, in der modernen Welt handlungsfähig und realitätsmächtig zu bleiben, gehört zu den klassischen Problemen der Philosophie und der Sozialwissenschaften. Unter gegenwärtigen Bedingungen der Massenkultur stellt sie sich jedoch in verschärfter Form. Denn das Subjekt handelt nicht mehr in stabilen, überschaubaren … weiterlesen ›

A dream about talking to my digital assistent in the year 2525

I start the conversation with the words: „It feels like a fare niente day today, not much to do, only two sessions in my office, one in the morning, the other one in the evening, duties postponed for later, lots of ideas, but so far no force into any direction, a rare day in my … weiterlesen ›

Grenzerfahrung als Voraussetzung der künstlerischen Arbeit

Einleitung Seit der Moderne ist künstlerische Inspiration kaum mehr denkbar ohne die Vorstellung einer Grenzerfahrung: Der Künstler verlässt (zumindest im Rahmen seiner fiktionalen Figuren, nicht notwendigerweise auch in einem biographischen Sinne) das Gleis des bürgerlichen Lebens, um Zugang zu etwas zu gewinnen, das jenseits von Routine, sozialer Rolle und abgesicherter Ordnung liegt. Diese Bewegung ist … weiterlesen ›

Über Abgründe der Ambitendenz

Einleitung: Der Mensch als widersprüchlich wollendes Wesen Der Mensch ist nicht nur ein wollendes Wesen. Er ist ein widersprüchlich wollendes Wesen. In jedem Entschluss liegt bereits ein Gegenimpuls, in jeder Bejahung ein verborgenes Nein. Diese innere Doppelbewegung bezeichnet man als Ambitendenz – das Gegeneinandergerichtetsein von Wille und Gegenwille im selben Subjekt. Ambitendenz ist mehr als … weiterlesen ›

Das Weibliche als Rätsel, Offenbarung und Verhängnis

Einleitung Die bekannten weiblichen Symbole – die Venus von Willendorf, Isis, Demeter, Maria, das „ewig Weibliche“ bei Goethe und der weibliche Archetyp bei C.G. Jung – verkörpern positiv besetzte Symbole von Weiblichkeit und tragen unterschiedliche Bedeutungen, die sich je nach kulturellem, religiösem und psychologischem Kontext stark unterscheiden. Dennoch gibt es zentrale Themen, die sie verbinden: … weiterlesen ›

Zur Psychologie der Farben

Einleitung Die Psychologie der Farben untersucht, wie Farben die menschliche Wahrnehmung, Emotionen und das Verhalten beeinflussen können. Farben wirken nicht nur ästhetisch, sondern haben auch tiefgreifende psychologische und kulturelle Bedeutungen. Die Wirkung von Farben ist in der Regel abhängig vom Kontext, sie werden durch Umgebungsfarben beeinflusst und können nur begrenzt isoliert wahrgenommen werden. Hier sind … weiterlesen ›

Ist luzides Träumen erstrebenswert?

Einleitung Seit vielen Jahren wird immer mal wieder über schamanische Techniken des luziden Träumens berichtet. Einer der bekanntesten Protagonisten war Carlos Castaneda (1925-1988), der in seinen Büchern über die Lehren des Don Juan sehr ausführlich über dieses Thema geschrieben hat. In jüngster Zeit wenden sich auch die Neurowissenschaftler und die Kognitionswissenschaftler dem Phänomen des luziden … weiterlesen ›

Zum Begriff der Morphologie im Coaching

Einleitung Der Begriff Morphologie wurde ursprünglich in der Biologie von Johann Wolfgang von Goethe eingeführt. Goethe, der auch als Naturforscher tätig war, prägte den Begriff im späten 18. Jahrhundert. Er verwendete ihn, um die Formen und Strukturen von Organismen zu beschreiben und die Entwicklung und Veränderung dieser Formen zu untersuchen. Der Begriff Morphologie wurde dabei … weiterlesen ›