Gedanken zu Vergangenheitsorientierung, Gegenwartsorientierung und Zukunftsorientierung in der tiefenpsychologisch fundierten Psychotherapie

Einleitung Die moderne Psychotherapie beschäftigt sich intensiv mit der Vergangenheit. Kindheitserfahrungen, infantile Konflikte, Symbiose und Individuation, Bindungserfahrungen, Traumata, Prägungen und Beziehungsgeschichten rund um Eifersucht und Rivalität gelten als wichtige Schlüssel zum Verständnis psychischer Probleme. Diese Perspektive ist zweifellos berechtigt. Niemand entwickelt sich im luftleeren Raum. Jeder Mensch trägt die Spuren seiner Geschichte in sich. Dennoch … weiterlesen ›

Die Bedeutung des Life Drawings für Formbildung, Handlungskompetenz und Wahrheitsfindung

Einleitung Life Drawing (dt. Aktzeichnen) erscheint auf den ersten Blick als eine klassische Übung der bildenden Kunst: das Zeichnen oder Malen eines lebenden Modells zur Schulung von Wahrnehmung, Proportion und Ausdruck. Historisch galt es lange als Grundlage akademischer Kunstausbildung und wurde von Künstlern unterschiedlichster Richtungen praktiziert – von der Renaissance bis zur Moderne. Doch seine … weiterlesen ›

Winston Churchill und die Entdeckung der Tätigkeit als Selbstverwirklichung — Ein Beitrag zur Bedeutung der Arbeitstherapie

Einleitung Winston Churchill hat die Arbeitstherapie depressiver Erkrankungen nicht erfunden. Beschäftigung, körperliche Aktivität und strukturierende Tätigkeiten wurden bereits lange vor ihm therapeutisch genutzt. Dennoch gehört Churchill zu den eindrucksvollsten historischen Figuren, an denen sichtbar wird, wie ein Mensch aus der Erfahrung innerer Gefährdung heraus eine eigene Form psychischer Stabilisierung entwickelt. Nicht als medizinische Methode, sondern … weiterlesen ›

Struktur und Funktion – ein Brückenkonzept zwischen Psychotherapie und Sozialwissenschaft

Einleitung Der Begriff der Struktur spielt nicht nur in der Psychotherapie eine zentrale Rolle, sondern auch in anderen Disziplinen, insbesondere in der Anthropologie und den Sozialwissenschaften. Dort wird er häufig im Rahmen struktur-funktionalistischer Ansätze verwendet, die danach fragen, wie verschiedene Elemente eines Systems zusammenwirken, um dessen Stabilität und Fortbestand zu gewährleisten. Auch in der Psychotherapie … weiterlesen ›

Über die Zukunft der Psychotherapie in autokratischen Gesellschaften

Einleitung Dieser Beitrag ist in gewisser Weise eine Fortsetzung des Beitrags über Gründe für die zunehmnende Bevorzugung autokratischer Formen der Herrschaft. Anläßlich der Veröffentlichung des Buches von Giuliano da Empoli Die Stunde der Raubtiere macht es Sinn über den Zusammenhang von politische Gegenwart, in der sich die Logik der Macht fundamental verändert hat, mit den … weiterlesen ›

Zur Verdrängung des männlichen Aktes und dem Verlust des abstrakten Denkens

Einleitung In diesem Beitrag soll der Frage nachgegangen werden, mit welchen Konsequenzen zu rechnen ist, wenn das Aktzeichnen insgesamt in der Ausbildung von Gestaltern marginalisiert wird und dort, wo es noch stattfindet in der Regel mit weiblichen Modellen betrieben wird. Deshalb ist zunächst nur zu konstatieren: Die Konzentration auf den männlichen Akt als zentrales Motiv … weiterlesen ›

Mimesis, Kreativität und Kritik

Einleitung In diesem Beitrag sollen die wichtigen Begriffe Mimesis, Kreativität und Kritik näher unter der Perspektive literaturtheoretischer Fragestellungen beleuchtet werden. Dabei geht es mir aber nicht ausschließlich um die Abfassung von Erzählungen oder Romanen, sondern auch um die Erstellung von wissenschaftlichen Artikeln oder Gelegenheitsschriften wie fachlichen Gutachten o.ä., die ebenfalls auf die Auswertung von Material, … weiterlesen ›