Gedanken zu Vergangenheitsorientierung, Gegenwartsorientierung und Zukunftsorientierung in der tiefenpsychologisch fundierten Psychotherapie

Einleitung Die moderne Psychotherapie beschäftigt sich intensiv mit der Vergangenheit. Kindheitserfahrungen, infantile Konflikte, Symbiose und Individuation, Bindungserfahrungen, Traumata, Prägungen und Beziehungsgeschichten rund um Eifersucht und Rivalität gelten als wichtige Schlüssel zum Verständnis psychischer Probleme. Diese Perspektive ist zweifellos berechtigt. Niemand entwickelt sich im luftleeren Raum. Jeder Mensch trägt die Spuren seiner Geschichte in sich. Dennoch … weiterlesen ›

Wie denken Psychotherapeuten im Rahmen eines tiefenpsychologischen Paradigmas?

Einleitung Die Frage, wie Psychotherapeuten im Rahmen eines tiefenpsychologischen Paradigmas denken, erscheint zunächst einfach. Man könnte vermuten, tiefenpsychologisch arbeitende Psychotherapeuten würden vor allem „tiefen-psychologisch“ denken – also Gefühle verstehen, Beziehungen deuten oder Konflikte analysieren. Doch bei genauerem Hinsehen zeigt sich, dass psychotherapeutisches Denken weit komplexer ist. Es handelt sich nicht um eine einzelne Denkform, sondern … weiterlesen ›

Überlegungen zu einer Kritik an „Hüftschussdeutungen“ in der Psychotherapie

Einleitung In der psychotherapeutischen Praxis – insbesondere im tiefenpsychologischen und psychoanalytischen Kontext – begegnet man immer wieder Deutungen, die scheinbar treffend, pointiert und plausibel erscheinen, deren Wirkung jedoch hinter den Erwartungen zurückbleibt. Nicht selten bleiben sie folgenlos oder lösen eher Unverständnis aus. Im Folgenden soll der These nachgegangen werden, inwiefern das Problem solcher „Hüftschussdeutungen“ nicht … weiterlesen ›

Schreiben als Ersatz für Psychotherapie? — Eine kritische Einordnung der Arbeiten von Pennebaker aus tiefenpsychologischer Perspektive

Einleitung Die Arbeiten von James W. Pennebaker (geb. 1950) zur Wirkung des expressiven Schreibens haben in den letzten Jahrzehnten große Aufmerksamkeit gefunden. Die Befunde sind auf den ersten Blick bemerkenswert: Bereits kurze Phasen intensiver Verschriftlichung emotional belastender Erlebnisse gehen mit messbaren Verbesserungen körperlicher und psychischer Parameter einher. In populären Darstellungen wird daraus nicht selten die … weiterlesen ›

Struktur und Funktion – ein Brückenkonzept zwischen Psychotherapie und Sozialwissenschaft

Einleitung Der Begriff der Struktur spielt nicht nur in der Psychotherapie eine zentrale Rolle, sondern auch in anderen Disziplinen, insbesondere in der Anthropologie und den Sozialwissenschaften. Dort wird er häufig im Rahmen struktur-funktionalistischer Ansätze verwendet, die danach fragen, wie verschiedene Elemente eines Systems zusammenwirken, um dessen Stabilität und Fortbestand zu gewährleisten. Auch in der Psychotherapie … weiterlesen ›

Metaphorik als Abwehrstruktur in Sylvia Plaths Roman „Die Glasglocke (The Bell Jar)“

„… wo immer ich auch saß – an Deck eines Schiffes oder in einem Straßencafé in Paris oder Bangkok –, ich säße immer noch unter derselben Glasglocke und schmore in meiner eigenen bitteren Luft.“ „Für den Menschen in der Glasglocke, leer und erstarrt wie ein totes Baby, ist die Welt selbst der böse Traum.“ Einleitung … weiterlesen ›