Die chaostheoretische Begründung einer zukünftigen Psychodynamik und ihre Bedeutung für die Tiefenpsychologie

Einleitung Die klassische Tiefenpsychologie entstand im Zeitalter des naturwissenschaftlichen Determinismus. Sigmund Freud war überzeugt, dass psychische Prozesse prinzipiell ebenso gesetzmäßig erklärbar seien wie physikalische oder biologische Vorgänge. Hinter Symptomen sollten sich eindeutige Ursachen, stabile Mechanismen und allgemeine psychodynamische Gesetze finden lassen. Gerade hierin lag jedoch möglicherweise ein grundlegendes Selbstmissverständnis der frühen Psychoanalyse. Denn Freud entwickelte … weiterlesen ›

Schreiben als Ersatz für Psychotherapie? — Eine kritische Einordnung der Arbeiten von Pennebaker aus tiefenpsychologischer Perspektive

Einleitung Die Arbeiten von James W. Pennebaker (geb. 1950) zur Wirkung des expressiven Schreibens haben in den letzten Jahrzehnten große Aufmerksamkeit gefunden. Die Befunde sind auf den ersten Blick bemerkenswert: Bereits kurze Phasen intensiver Verschriftlichung emotional belastender Erlebnisse gehen mit messbaren Verbesserungen körperlicher und psychischer Parameter einher. In populären Darstellungen wird daraus nicht selten die … weiterlesen ›

Worin unterscheidet sich hilfreiche Psychotherapie von intrusiver Psychotherapie? — Ein Beitrag zum Problem der Haltung in der tiefenpsychologisch fundierten Psychotherapie

Einleitung Die Frage, was eine hilfreiche Psychotherapie ausmacht, scheint auf den ersten Blick leicht zu beantworten. Man könnte sagen: hilfreich ist, was dem Patienten nützt, intrusiv ist, was ihm schadet. Doch eine solche Unterscheidung greift zu kurz. Denn gerade in der psychotherapeutischen Praxis zeigt sich, dass Interventionen, die subjektiv als hilfreich intendiert sind, in ihrer … weiterlesen ›

Zur Bedeutung von Emergenz für Erzählen und freie Assoziation in der tiefenpsychologisch fundierten Psychotherapie

Einleitung In der tiefenpsychologisch fundierten Psychotherapie wird häufig zwischen verschiedenen Formen des Sprechens unterschieden: dem Berichten, dem Erzählen und der freien Assoziation. Diese Unterscheidung bleibt jedoch oberflächlich, solange sie sich auf formale Merkmale beschränkt. Entscheidend ist weniger, wie gesprochen wird, als vielmehr, unter welchen Bedingungen bestimmte Formen des Sprechens überhaupt möglich sind. Die folgende Überlegung … weiterlesen ›