Narrative als anthropologisches Erbe

Einleitung Religiöser Glaube bindet sich selten an abstrakte Ideen, sondern fast immer an Inhalte, Bilder und Geschichten: Exodus, Passion, Auferstehung, Schöpfungsmythen etc. Der Mensch glaubt nicht primär an Dogmen, sondern an Narrative, die Sinn, Trost, Hoffnung, Orientierung und Identität stiften. Dieser Beitrag knüpft an den Beitrag über religiösen Glauben an und fragt implizit, ob es … weiterlesen ›

Gedanken zur Neuverfilmung von „Der Fremde“ von Albert Camus — Darf man das Absurde Psychologisieren?

Einleitung Gängigen Deutungschemata folgend wird Camus Antiheld auch bei Ozon (2025) stark psychologisierend gezeichnet, als schizoide Persönlichkeitl, emotionsloser Charakter etc. Was verlorengeht ist bei allem Verständnis für die Tendenz zum Psychologisieren die existenz-philosophische Dimension der Geschichte. Der Antiheld Meursault ist jemand, der in der Camusschen Versuchsanorndung mit der menschlichen Kultur und ihren Symbolsystemen insgesamt fremdeln … weiterlesen ›

Die Flucht vor der Sehnsucht in der Literatur

Einleitung Strategien zur Verteidigung der eigenen Autonomie stehen häufig im engen Zusammenhang mit der Flucht oder der Vermeidung von Sehnsucht und emotionaler Abhängigkeit. Dies wird meist dadurch erkauft, dass Genüsse, Erotik, Beziehungen, Lebensinhalten im allgemeinen instrumentalisiert und damit trivialisiert oder banalisiert werden. Die Strategien zur Verteidigung von Autonomie durch „Instrumentalisierung von Lebensinhalten“ beinhaltet ein Konzept … weiterlesen ›

Wegbereiter bei der Erforschung des Unbewussten

Einleitung Im 18., 19. und beginnenden 20. Jahrhundert gab es eine Vielzahl von Persönlichkeiten aus verschiedenen Disziplinen, die zur Entdeckung und Erforschung des Unbewussten beitrugen. Zu nennen sind vor allem Literaten wie Rousseau, Hoffmann, Goethe, Moritz, Byron, Shelley, Dostojewski, Poe und Stevenson, Philosophen wie Schopenhauer, Nietzsche und Bergson, Ärzte wie Charcot, Janet, Groddeck und Breuer … weiterlesen ›

Was fehlt in Lehrbüchern der Psychotherapie?

Einleitung Heute ist es üblich, dass vielfach Podcasts zu psychologischen Themen gehört werden, in denen immer wieder die gleichen guten Tipps zur kognitiven Umstrukturierung angeboten werden. Psychotherapeuten lesen zu Ausbildungszwecken und zur Weiterbildung zwar meist Fachbücher, aus denen man aber für die psychotherapeutische Arbeit nur begrenzten Nutzen ziehen kann, weil sie die Stoffe nur schematisch … weiterlesen ›

Die Verarbeitung des Gefühls der Verzweiflung in den Werken von Dostojewski, Puccini und Munch

Die Darstellung der Verzweiflung in den Werken von Fjodor Dostojewski (1821-1881), Giacomo Puccini (1858-1924) und Edvard Munch (1863-1944) bietet psychologisch interessante Einblicke in das Gefühl der Verzweiflung und gleichzeitig in die unterschiedlichen künstlerischen Ausdrucksformen der Verzweiflung in Literatur, Musik und Malerei. Obwohl sie verschiedene Medien nutzen und auch nicht alle einer Epoche angehörten, um Verzweiflung … weiterlesen ›

„Tue Gutes und rede darüber.“ Das Mindset der Lobbyisten.

Als ein Kernbestandteil der christilichen Ethik wird seit jeher die Nächstenliebe genannt. Klassisch ist die Auslegung der Nächstenliebe durch Paulus in 1. Korintherbrief, 13. Kapitel: „Die Liebe ist langmütig, die Liebe ist gütig. Sie ereifert sich nicht, sie prahlt nicht, sie bläht sich nicht auf. Sie handelt nicht ungehörig, sucht nicht ihren Vorteil, lässt sich … weiterlesen ›