Überlegungen zu einer nicht-moralisierenden Theorie der Dekadenz

Einleitung Die folgenden Überlegungen zu einer nicht-moralisierenden Theorie der Dekadenz werden am Phänomen des stillschweigenden Funktionswechsels ehemals sinngebundener Strukturen entwickelt. Mit dem Begriff „Sinn“ meine ich den geistigen Gehalt einer Form oder einer Struktur. Wenn ich im folgenden von „Sinn“ oder von „geistigem Gehalt“ spreche, so ist dies synonym zu verstehen. Der Begriff der Dekadenz … weiterlesen ›

Woran scheitern Demokratien? — Gedanken zu Platon und Popper

Einleitung Die politische Philosophie steht seit ihren Anfängen vor einem Grundproblem, das sich bis heute nicht endgültig lösen lässt: Wie kann Macht so organisiert werden, dass sie nicht missbraucht wird? Zwei der einflussreichsten Antworten auf diese Frage stammen aus sehr unterschiedlichen Epochen: Platons radikale Kritik der Demokratie in der Antike und Karl Poppers Verteidigung der … weiterlesen ›

Ratlos angesichts des Populismus — Deklassierungsangst als Symptom einer stillen Erosion der Demokratie

Einleitung Viele Menschen, mit denen ich in Gesprächen, Beratungen oder öffentlichen Diskursen zu tun habe, beschreiben ein ähnliches Gefühl: das Gefühl, dass der Boden unter den eigenen Füßen unsicher geworden ist. Dass Regeln, die lange galten, nicht mehr verlässlich sind. Dass Anstrengung, Anpassung und Vernunft keine Garantie mehr bieten für eine diskursive Bezugnahme auf gesellschaftliche … weiterlesen ›

Über die zunehmende Attraktivität autokratischer Staatsformen

Einleitung Politische Herrschaftsformen sind nicht nur Fragen von Verfassungen, Wahlen oder Machttechnik. Sie beruhen auch auf ökonomischen Arrangements und auf psychologischen Erwartungen: darauf, wie Zugang zu Ressourcen organisiert wird, wie soziale Mobilität plausibel gemacht wird und wie Menschen die eigene Wirksamkeit im gesellschaftlichen Ganzen erleben. Die moderne Demokratie war im 20. Jahrhundert vielerorts an ein … weiterlesen ›