Die chaostheoretische Begründung einer zukünftigen Psychodynamik und ihre Bedeutung für die Tiefenpsychologie

Einleitung Die klassische Tiefenpsychologie entstand im Zeitalter des naturwissenschaftlichen Determinismus. Sigmund Freud war überzeugt, dass psychische Prozesse prinzipiell ebenso gesetzmäßig erklärbar seien wie physikalische oder biologische Vorgänge. Hinter Symptomen sollten sich eindeutige Ursachen, stabile Mechanismen und allgemeine psychodynamische Gesetze finden lassen. Gerade hierin lag jedoch möglicherweise ein grundlegendes Selbstmissverständnis der frühen Psychoanalyse. Denn Freud entwickelte … weiterlesen ›

Schreiben als Ersatz für Psychotherapie? — Eine kritische Einordnung der Arbeiten von Pennebaker aus tiefenpsychologischer Perspektive

Einleitung Die Arbeiten von James W. Pennebaker (geb. 1950) zur Wirkung des expressiven Schreibens haben in den letzten Jahrzehnten große Aufmerksamkeit gefunden. Die Befunde sind auf den ersten Blick bemerkenswert: Bereits kurze Phasen intensiver Verschriftlichung emotional belastender Erlebnisse gehen mit messbaren Verbesserungen körperlicher und psychischer Parameter einher. In populären Darstellungen wird daraus nicht selten die … weiterlesen ›

Konflikt und Strukturniveau – eine klinische Typologie am Beispiel „Kontrolle vs. Unterwerfung“

Einleitung In vielen systematischen Darstellungen der Psychodynamik wird ein gewisser Gegensatz zwischen Konflikt und Struktur nahegelegt – als ließen sich beide Ebenen getrennt voneinander betrachten oder gar gegeneinander ausspielen. Der Konflikt erscheint dann als inhaltliche Dimension des Erlebens, die Struktur als formale Voraussetzung seiner Verarbeitung. Eine solche Trennung greift jedoch zu kurz. Der folgende Beitrag … weiterlesen ›

Kritische Betrachtungen zum Begriff „Künstliche Intelligenz“

Einleitung In diesem Beitrag geht es um den Begriff „Künstliche Intelligenz“ aber darüber hinaus auch über Projektionen, Verdinglichung und die Suche nach einer angemessenen Sprache im Ungang mit diesem neuen Phänomen. Zum Begriff „Künstliche Intelligenz “ (KI) Der Begriff „Künstliche Intelligenz“ hat sich in den letzten Jahren nahezu unbemerkt in das Zentrum gesellschaftlicher Selbstverständigung geschoben. … weiterlesen ›

Zur Mensch-Maschine-Kommunikation: paranoide Phantasien und medienkritische Einwände

Abstract Die Begegnung mit Künstlicher Intelligenz löst nicht nur technische oder ethische Fragen aus – sie aktiviert auch tief verwurzelte psychische Muster. Menschen erleben KI häufig wie einen distanzierten, korrekt-agierenden, aber emotional schwer lesbaren Beziehungspartner. Dieses Erleben ähnelt schizoiden Beziehungsstilen: präzise, zuverlässig, aber ohne Affektresonanz. Solche Begegnungen erzeugen Unsicherheit und interpretativen Druck – und führen … weiterlesen ›

Die Persönlichkeit des Gewinner-Typs — Der Zwang zur permanenten Überlegenheit

Einleitung Es gibt Persönlichkeiten, die Beziehungen, Konflikte und soziale Systeme nach einem einzigen, scheinbar simplen Prinzip organisieren: Es muss einen Gewinner und einen Verlierer geben – und sie selbst sind dabei grundsätzlich der Gewinner. Dieses Muster begegnet uns in Paarbeziehungen, in Familien, in Organisationen, in Wissenschaft, Wirtschaft und Politik. Es handelt sich nicht um bloße … weiterlesen ›

Autistische Beziehungsstrategien am Beispiel von Henry Higgins

Einleitung Professor Henry Higgins ist eine Figur, die sich erst auf den zweiten Blick als Liebender zu erkennen gibt. Vordergründig erscheint er als Sprachwissenschaftler, als Rationalist, als Mann der Systeme und Regeln. Seine Leidenschaft gilt nicht Menschen, sondern Lauten, Akzenten, Klassifikationen. Er hört, was andere sagen, nicht um ihnen zu begegnen, sondern um sie einzuordnen. … weiterlesen ›

Aspekte des Rivalisierens

Einleitung In diesem Beitrag sollen verschiedene Formen des Rivalisierens untersucht werden. Das Rivalisieren unter Männern, das Rivalisieren unter Frauen, das Rivalisieren zwischen Frauen und Männern etc. Abseits von den üblichen Betrachtungsweisen möchte ich auch eingehen auf das Rivalisieren in symbiotischen Beziehungen.Zur Einstimmung möchte ich zwei historische Beispiele zitieren, um die Problematik zu illustrieren. Die Rivalitäten … weiterlesen ›