Himmel und Hölle im Forschungslabor — Kafkas und Calhouns Arbeiten über die Notwendigkeit von Spannung und Vermittlung

Einleitung In diesem Beitrag geht es um die Fragen: Was geschieht mit einem System, wenn ihm jede Herausforderung genommen wird? Und: Was geschieht mit einem Individuum, wenn es keiner Herausforderung mehr trauen kann? Dies soll anhand der Arbeiten von Franz Kafka und John Calhoun näher untersucht werden. Auf den ersten Blick verbindet den Schriftsteller Franz … weiterlesen ›

Zur begrifflichen Unterscheidung von Objektverwendung, Manipulation und Missbrauch

Einleitung In zwischenmenschlichen Beziehungen begegnen wir fortlaufend Situationen, in denen Menschen Einfluss auf andere ausüben möchten – sei es, um gemeinsam Ziele zu erreichen, Entscheidungen herbeizuführen oder Konflikte zu lösen. Nicht jede Einflussnahme ist jedoch gleich. Zwischen angemessener Objektverwendung, manipulativer Einflussnahme und Missbrauch bestehen deutliche ethische und psychologische Unterschiede. Diese Unterschiede zu verstehen ist zentral, … weiterlesen ›

Der freie Wille aus neurobiologischer Sicht

Einleitung Der freie Wille ist ein Konzept, das seit Jahrhunderten im Bereich der Theologie und der Philosophie kontrovers diskutiert wird. Während er traditionell als Grundlage menschlicher Autonomie verstanden wird, legt die neurobiologische Forschung nahe, dass unser freier Wille deutlich eingeschränkter ist, als wir glauben. Diese Sichtweise stellt den freien Willen nicht vollständig infrage, sondern schränkt … weiterlesen ›

Die Flucht vor der Sehnsucht in der Literatur

Einleitung Strategien zur Verteidigung der eigenen Autonomie stehen häufig im engen Zusammenhang mit der Flucht oder der Vermeidung von Sehnsucht und emotionaler Abhängigkeit. Dies wird meist dadurch erkauft, dass Genüsse, Erotik, Beziehungen, Lebensinhalten im allgemeinen instrumentalisiert und damit trivialisiert oder banalisiert werden. Die Strategien zur Verteidigung von Autonomie durch „Instrumentalisierung von Lebensinhalten“ beinhaltet ein Konzept … weiterlesen ›

Die Bedeutung der Selbstbeobachtung im Pietismus

Selbstbeobachtung Die Selbstbeobachtung war ein zentraler Bestandteil des Pietismus, einer religiösen Bewegung im 17. und 18. Jahrhundert, die vor allem in Deutschland entstand. Der Pietismus legte großen Wert auf die persönliche Frömmigkeit, das individuelle geistliche Leben und eine direkte, persönliche Beziehung zu Gott. In diesem Kontext spielte die Selbstbeobachtung eine bedeutende Rolle. Sie diente der … weiterlesen ›

Die Masken der rücksichtsvollen Sadisten

Einleitung Rücksichtsvoller Sadismus bezeichnet ein paradoxes, aber weit verbreitetes Handlungsmuster: Menschen fügen anderen Schaden zu oder setzen sie erheblichen psychischen Belastungen aus, während sie sich selbst als rücksichtsvoll, moralisch oder ethisch legitim handelnd erleben. Das Leid des Anderen wird dabei nicht als Problem wahrgenommen, sondern als notwendige Begleiterscheinung eines höheren Zwecks rationalisiert. Sadistisch ist dieses … weiterlesen ›

Aspekte der Befreiung aus einer sado-masochistischen Symbiose: die Ansätze von J. Lacan und M. Mahler im Vergleich

Einleitung In diesem Beitrag sollen die Konzepte einrer Auflösung der Symbiose im Rahmen eines Individuationsprozesses von J. Lacan und M. Mahler verglichen werden. Lacans Ansatz Lacans Konzept der Psychoanalyse, besonders seine Vorstellung des „Spiegels“, des „Realem“, „Symbolischem“ und „Imaginärem“, sowie seine Theorien über die Bildung des Subjekts, beinhalten eine latente Fixierung auf die frühe Beziehung … weiterlesen ›

Aspekte des Rivalisierens

Einleitung In diesem Beitrag sollen verschiedene Formen des Rivalisierens untersucht werden. Das Rivalisieren unter Männern, das Rivalisieren unter Frauen, das Rivalisieren zwischen Frauen und Männern etc. Abseits von den üblichen Betrachtungsweisen möchte ich auch eingehen auf das Rivalisieren in symbiotischen Beziehungen.Zur Einstimmung möchte ich zwei historische Beispiele zitieren, um die Problematik zu illustrieren. Die Rivalitäten … weiterlesen ›