Die Persönlichkeit des Gewinner-Typs — Der Zwang zur permanenten Überlegenheit

Einleitung Es gibt Persönlichkeiten, die Beziehungen, Konflikte und soziale Systeme nach einem einzigen, scheinbar simplen Prinzip organisieren: Es muss einen Gewinner und einen Verlierer geben – und sie selbst sind dabei grundsätzlich der Gewinner. Dieses Muster begegnet uns in Paarbeziehungen, in Familien, in Organisationen, in Wissenschaft, Wirtschaft und Politik. Es handelt sich nicht um bloße … weiterlesen ›

Zur Zukunft der Psychotherapie im Zeitalter zunehmender Digitalisierung

Einleitung Im sich abzeichnenden Übergang zu einer Ökonomie, in der Produktivitätsgewinne immer weniger an menschliche Arbeitskraft gebunden sind, verschiebt sich das psychische Koordinatensystem der Gesellschaft. Das Versprechen, dass Leistung, Fleiß und Einsatzbereitschaft zu Wohlstand und sozialem Status führen, verliert an Überzeugungskraft, während zugleich ein tief verankertes Arbeitsethos – gerade im deutschen Kulturraum – weiter fortbesteht. … weiterlesen ›

Plädoyer für eine Pädagogik der Zumutung

Einleitung Dieser Blogbeitrag handelt vom Wert der Zumutung – Über Erziehung, Verwöhnung und die neue Verletzlichkeit der gegenwärtigen jugen Generation. Traumatisierung und Heilung im Märchen „Tischlein deck dich“ Das Märchen „Tischlein deck dich“ erzählt von drei Brüdern, die vom Vater ungerecht behandelt werden. Ohne eigenes Verschulden des Hauses verwiesen, erfahren sie Kränkung und Entwertung. Heute … weiterlesen ›

Aquarellieren als Weg zwischen Kontrolle und Aufgabe von Kontrolle in der Bildgestaltung

Einleitung Die Aquarellmalerei vereint in einzigartiger Weise Kontrolle und Kontrollverzicht, da sie stark von der Flüssigkeit und Transparenz der Farben geprägt ist. Künstler müssen bewusst Entscheidungen treffen, während sie gleichzeitig den unvorhersehbaren Eigenschaften des Wassers und der Farbe Raum lassen. Dies zeigt sich deutlich in verschiedenen Ansätzen über die Epochen hinweg. Das Aquarell im kunsthistorischen … weiterlesen ›

Zur psychologischen und psychosomatischen Bedeutung von Anandamid

Einleitung Anandamid ist ein endogenes Cannabinoid, das im menschlichen Körper auf natürliche Weise produziert wird. Der Ursprung des Namens geht auf das Sanskrit-Wort „Ananda“ zurück, welches „Glück“ oder „Wonne“ bedeutet. Diese Bezeichnung spiegelt wider, welche bedeutende Rolle Anandamid im Endocannabinoid-System (ECS) spielt, einem komplexen System, das an der Regulierung zahlreicher physiologischer Prozesse im Körper beteiligt … weiterlesen ›

Krisen und Krisenstimmung und deren Reflexion in der Sozialpsychologie

Einleitung Dieser Beitrag soll der Frage nachgehen, wie sich angesichts von zunehmenden Krisen die Psychostrukturen hinsichtlich der Suche nach einer neuen starken Führungspersönlichkeit, der Veränderung in der Mentalität und die Zunahme bestimmter psychischer Erkrankungen verändern werden. Als Aspekte von zunehmenden Krisen können angesehen werden: hybride Kriegsführung Russlands, Wirtschaftsimperialismus Chinas und der USA, anhaltende Flüchtlingsströme nach … weiterlesen ›

Von der Relevanz Montesquieus Dekadenztheorie

Einleitung Montesquieu (1689-1755) wurde als Kind in einer Familie des Amtsadels geboren. Seine Theorie über den Aufstieg und die Dekadenz von Staaten, wie er sie in seinem Werk De l’esprit des lois (1748) darlegte, ist in vielerlei Hinsicht auch heute noch von Relevanz. Einige seiner Kernideen lassen sich auf aktuelle politische und gesellschaftliche Entwicklungen anwenden: … weiterlesen ›

Aporien der Einsichtsfähigkeit und die Möglichkeiten einer interaktionellen Gruppentherapie

Einleitung Nicht nur bei Formen von Instabiler Persönlichkeit findet man folgende Merkmale: Fixierung auf Negativität, Gefühle von Hass, Wut und Verachtung dominieren. Symbiose und Angst bilden den Soundtrack des Lebens, Verbissenes Festhalten an einer naiven unrealistischen Erwartungshaltung, endlich bedingungslos geliebt zu werden, Verweigerung von Auseinandersetzung in der dialogischen Beziehung, konkretistisches Denken, Fixierung auf eine eigenwillige, … weiterlesen ›

Zur Figur des Todesengels bei Thomas Mann

Einleitung: Der Todesengel im kulturhistorischen Vergleich Der Todesengel ist eine symbolträchtige Figur, die in vielen Kulturen und Religionen der Welt eine bedeutende Rolle spielt. In unterschiedlichen kulturellen und historischen Kontexten verkörpert der Todesengel den Übergang vom Leben zum Tod, das Ende irdischer Existenz und den Beginn eines neuen Daseins jenseits dieser Welt. Diese kulturhistorisch-vergleichende Einleitung … weiterlesen ›

Die Lebensregeln Epikurs in ihrer Bedeutung für moderne Psychotherapie

Die Lebensregeln des antiken Philosophen Epikur (341-270 v. Chr.) haben in der heutigen Psychotherapie und im Coaching durchaus noch eine Bedeutung, besonders in Ansätzen, die sich mit Wohlbefinden, Zufriedenheit und einem erfüllten Leben befassen. Hier sind einige Ideen von Epikur und deren Relevanz: Streben nach Lust, Vermeidung von Unlust (Hedonismus) Epikur propagierte ein rationales Streben … weiterlesen ›