Gedanken zur Dekonstruktion eines romantisierenden Gemeinschaftsgefühls

Einleitung Das Gemeinschaftsgefühl genießt in unserer Kultur einen bemerkenswert guten Ruf. Wer Gemeinschaft sucht, gilt als sozial. Wer sich für Gemeinschaft engagiert, gilt als verantwortungsbewusst. Wer Gemeinschaft fördert, arbeitet scheinbar für das Gemeinwohl. Gemeinschaft erscheint als Gegenmittel gegen Einsamkeit, Entfremdung, Narzissmus und gesellschaftliche Spaltung. Diese positive Bewertung wirkt so selbstverständlich, dass sie kaum noch hinterfragt … weiterlesen ›

Warum Krieg — Zum dynamischen Verhältnis von Inzestscheu und Kriegsbegeisterung

Einleitung Das Inzesttabu gilt als eine der ältesten und universellsten kulturellen Errungenschaften der Menschheit. Claude Lévi-Strauss sah in ihm den eigentlichen Gründungsakt von Kultur, Sigmund Freud deutete es als notwendige Antwort auf archaische libidinöse Wünsche. Weniger beachtet wird jedoch, dass das Inzestverbot nicht nur eine regulierende, sondern auch eine dynamische Funktion erfüllt: Es erzeugt Spannungen, … weiterlesen ›

Von der Relevanz Montesquieus Dekadenztheorie

Einleitung Montesquieu (1689-1755) wurde als Kind in einer Familie des Amtsadels geboren. Seine Theorie über den Aufstieg und die Dekadenz von Staaten, wie er sie in seinem Werk De l’esprit des lois (1748) darlegte, ist in vielerlei Hinsicht auch heute noch von Relevanz. Einige seiner Kernideen lassen sich auf aktuelle politische und gesellschaftliche Entwicklungen anwenden: … weiterlesen ›

Evolutionstheorien gestern und heute: Bedeutung für die Psychotherapie

Die Bedeutung der Evolutionstheorie als Grundlagenwissenschaft für die Psychotherapie Einleitung Charles Darwins Theorie der Evolution, die 1859 in seinem Werk Über die Entstehung der Arten (On the Origin of Species) veröffentlicht wurde, ist eine der einflussreichsten wissenschaftlichen Theorien und bildet bis heute das Fundament der modernen Biologie. Seine Theorie basiert auf zwei zentralen Mechanismen: Variation … weiterlesen ›

Zum Antagonismus von Eros und Thanatos bei Freud in Relation zu seinem Vorläufer bei Empedokles

Einleitung Sigmund Freuds Theorie des Triebantagonismus von Eros und Thanatos ist eine der zentralen Säulen seiner psychoanalytischen Lehre und beleuchtet zusammen in ihrem jeweiligen Spanungsverhältnis zu den Instanzen des Ich und des Überich die unbewussten Konflikte, die das menschliche Dasein prägen sollen. Diese Theorie lässt sich in vielerlei Hinsicht auf philosophische und mythologische Konzepte zurückführen, … weiterlesen ›

Aspekte der Cancel Culture

Einleitung Cancel Culture ist ein relativ neues soziales Phänomen, das sich in den letzten zehn bis fünfzehn Jahren, insbesondere durch die Verbreitung sozialer Medien, entwickelt hat. Es wird allgemein als die Praxis beschrieben, Personen oder Organisationen öffentlich zu kritisieren, zu boykottieren oder ihre Karrieren zu schädigen, weil sie als moralisch, politisch oder sozial verwerflich angesehen … weiterlesen ›

Aspekte des Rivalisierens

Einleitung In diesem Beitrag sollen verschiedene Formen des Rivalisierens untersucht werden. Das Rivalisieren unter Männern, das Rivalisieren unter Frauen, das Rivalisieren zwischen Frauen und Männern etc. Abseits von den üblichen Betrachtungsweisen möchte ich auch eingehen auf das Rivalisieren in symbiotischen Beziehungen.Zur Einstimmung möchte ich zwei historische Beispiele zitieren, um die Problematik zu illustrieren. Die Rivalitäten … weiterlesen ›

Gründe und Manifestationen des Aggressionstriebes

Aggressionstrieb: Ansätze und Theorien Der Aggressionstrieb kann aus verschiedenen wissenschaftlichen Perspektiven erklärt werden. Es gibt dazu Beiträge aus der Biologie, Psychologie und Soziologie. Hier sind einige zentrale Ansätze und Theorien, die erklären, warum Aggression ein Bestandteil menschlichen Verhaltens ist: Biologische Erklärungsansätze Evolutionstheorie: Aggression kann als evolutionär vorteilhaft betrachtet werden, da sie in bestimmten Situationen das … weiterlesen ›

Das Dopamin-Belohnungssystem, der neurobiologische Verführer

Einleitung Das Dopamin-Belohnungssystem umfasst neuronale Strukturen wie den Nucleus accumbens, das ventrale tegmentale Areal (VTA) und den präfrontalen Kortex. Diese Strukturen sind entscheidend für die Verarbeitung von Belohnungen und die Motivation, belohnende Verhaltensweisen zu wiederholen. Das Dopamin-Belohnungssystem — oder auch Lust-Unlust-Prinzip — hat bei unseren nächsten tierischen Verwandten mehrere wichtige evolutionsbiologische Funktionen, die zur Anpassung … weiterlesen ›

Die Bedeutung der Hypothese vom Todestrieb für die Psychosomatik

Die Hypothese des Todestriebs, die von Sigmund Freud in seiner psychoanalytischen Theorie eingeführt wurde, ist ein kontroverses und komplexes Konzept. Freud beschrieb den Todestrieb als eine grundlegende Triebkraft, die auf Selbstzerstörung und Rückkehr zum anorganischen Zustand abzielt. In der Psychosomatik, die sich mit der Verbindung zwischen Psyche und Körper befasst, gibt es verschiedene Ansätze, um … weiterlesen ›