Die chaostheoretische Begründung einer zukünftigen Psychodynamik und ihre Bedeutung für die Tiefenpsychologie

Einleitung Die klassische Tiefenpsychologie entstand im Zeitalter des naturwissenschaftlichen Determinismus. Sigmund Freud war überzeugt, dass psychische Prozesse prinzipiell ebenso gesetzmäßig erklärbar seien wie physikalische oder biologische Vorgänge. Hinter Symptomen sollten sich eindeutige Ursachen, stabile Mechanismen und allgemeine psychodynamische Gesetze finden lassen. Gerade hierin lag jedoch möglicherweise ein grundlegendes Selbstmissverständnis der frühen Psychoanalyse. Denn Freud entwickelte … weiterlesen ›

Metaphorik als Abwehrstruktur in Sylvia Plaths Roman „Die Glasglocke (The Bell Jar)“

„… wo immer ich auch saß – an Deck eines Schiffes oder in einem Straßencafé in Paris oder Bangkok –, ich säße immer noch unter derselben Glasglocke und schmore in meiner eigenen bitteren Luft.“ „Für den Menschen in der Glasglocke, leer und erstarrt wie ein totes Baby, ist die Welt selbst der böse Traum.“ Einleitung … weiterlesen ›

Bemerkungen zu Heinrich Manns „Der Hass“ (1933)

Einleitung In diesem Beitrag möchte ich auf Heinrich Manns Beschreibung des Hasses zu seiner Zeit eingehen. Dies ist insofern paradigmatisch zu verstehen, als m.E. der Hass der Endpunkt eines Seins darstellt, das von der Emotionalisierung des Denkens (wie sie uns taglich im Empörungsjournalismus entgegenschlägt) und damit von der Vergiftung des Denkens selbst durch den Bodensatz … weiterlesen ›

Bemerkungen über den Unterschied zwischen selbstreferenzieller und konkretistischer Sprache

Einleitung Selbstreferenzielle und konkretistische Sprache begegnen uns im Alltag oft, ohne dass wir sie bewusst unterscheiden. Dennoch formen sie auf subtile Weise, wie wir Beziehungen gestalten, Konflikte verhandeln oder uns selbst verstehen. Ein Blick auf typische Alltagssituationen zeigt, wie verschieden Menschen Wirklichkeit sprachlich konstruieren – und wie stark Sprache dabei selbst zum Gegenstand wird. Der … weiterlesen ›

Zum Problem der Diagnostik von Persönlichkeitsstörungen

Einleitung In der psychologischen Diagnostik gibt es verschiedene Methoden und Kriterien, um Persönlichkeitsstörungen zu erfassen und zu beschreiben. Diese beinhalten eine umfassende klinische Beurteilung, strukturierte Interviews, Fragebögen und die Anwendung diagnostischer Kriterien, wie sie im DSM-5 (Diagnostic and Statistical Manual of Mental Disorders) oder der ICD-11 (International Classification of Diseases) festgelegt sind. Die Diagnostik von … weiterlesen ›

Mit welchen Heuristiken arbeiten Psychotherapeuten?

Einleitung Heuristiken sind vereinfachte Entscheidungsregeln, die es ermöglichen, komplexe Probleme effizient zu lösen. Heuristiken spielen eine große Rolle bei Entscheidungen, die unter Voraussetzungen von Ungewissheit oder Unsicherheit über zukünftige Entwicklungen bzw. zukünftige Ereignisse gefällt werden sollen. Entscheidungen dieser Art sind in vielen gesellschaftlichen Bereichen eher die Regel als die Ausnahme und spielen auch eine große … weiterlesen ›

Grundfunktionen der Psychosomatik

Einleitung Fast alle Erkrankungen können einen psychosomatischen Hintergrund haben, deren Einflussfaktoren aber nur im Einzelnen zu erforschen und im Rahmen eines psychosomatischen Interviews zu klären wären. Auf jeden Fall bedeutet Psychosomatik nicht, die Ursache wäre immer einseitig im Psychischen zu suchen und zu finden. Die Verhältnisse sind leider etwas komplizierter und müssen deshalb gemäß ihrer … weiterlesen ›