Psychotherapie bei Perversion in Berlin

Perversionen, psychische Ausbeutung und sexuelle Abhängigkeiten

Auf dieser Seite erhalten Sie Informationen über Perversionen, Sexsucht und sexuelle Abhängigkeiten im Allgemeinen und über die Behandlung von Perversionen und sexuellen Abhängigkeiten in meiner Praxis in Berlin-Charlottenburg-Wilmersdorf.

Der Begriff “Perversion” stammt aus dem Lateinischen und bedeutet so viel wie “verdreht”, “ins Gegenteil verkehrt”. In der modernen wissenschaftlichen Literatur spricht man synonym auch von “Paraphilie” oder “Sexualpräferenzstörung”. Darüberhinaus wird der Begriff “pervers” auch benutzt für ekelhaft oder geschmacklos. In einem psychosozialen Sinne bezeichnet man mit dem Begriff “perversen Verhalten” auch eine unbewusst gesteuerte Praktik, bei dem nur einer auf Kosten eines anderen zum Lustgewinn kommt, es wird also eine gegenseitige Befriedigung verhindert zugunsten einer einseitigen Befriedigung.

Perversion als Erotik in ihren Abgründen

Der Perversionsbegriff ist nicht leicht zu fassen. Enthält er doch unterschiedliche Facetten, die auf der einen Seite von ekelgetriebenen Vorurteilen bis hin zur Verkehrung von Liebe in Missbrauch oder sogar Hass reichen. Allerdings ist diese Art der Verdrehung, wenn sich latenter Hass und quälerischer Sadismus bzw. opferwilliger Masochismus hinter der Maske liebender Zuneigung oder erotischem Begehren verstecken, nur ein Aspekt der Perversion, der in manchen ihrer Spielarten dominieren kann aber wiederum in anderen fehlt.

Kulturrelativistische Betrachtung der erotischen Perversion

Im therapeutischen Kontext ist zunächst von Bedeutung, dass das, was als erotisch pervers oder als perverse erotische Handlung betrachtet wird, vom jeweiligen kultur-historischen Kontext abhängig ist.

In unserer westlichen Kultur wurden lange Zeit alle sexuellen Handlungen, die nicht der sexuellen Fortpflanzung dienten, als potentiell pervers eingestuft. Hierzu gehörte bis vor kurzen auch die Homosexualität oder auch z.B. oral-genitale Lustbefriedigung. Dagegen wurde Masturbation (Onanie, Selbstbefriedigung) oder die Benutzung von Verhütungsmitteln (Kondom, Pille etc.) teilweise als unerwünscht sündhaft aber nicht zwangsläufig als pervers eingestuft. Daraus lässt sich ableiten, dass der konventionelle Begriff der Perversion eng verbunden ist mit Ekelgefühlen, die Heterosexuelle beim Anblick oder bei der Vorstellung von sexuellen Handlungen empfinden können, die ihnen selbst als ungewohnt oder fremdartig erscheinen und die in Ihnen Ekelgefühle hervorrufen.

Ein zweiter Bereich, der konventionell zum Bereich der Perversion gezählt wird, ist der Bereich der Sexualpraktiken, bei denen masochistische oder sadistische Triebwünsche befriedigt werden, oder bei denen sich die Geschlechtsrollen vom stereotypen Mann-Frau-Schema entfernen bzw. bei denen die Sexualpartner sich in erregenden fiktiven Rollenspielen zueinander verhalten. Hierbei ist jedoch von Bedeutung, ob die perversen Praktiken im gegenseitigen Einverständnis stattfinden oder nur dem einseitigen Lustgewinn dienen.

Schwierigkeiten bei der objektiven Beurteilung von Perversionen

Die genannten Beispiele deuten schon an, dass eine objektive Betrachtungsweise von perversem Verhalten der unmittelbar Beteiligten allein nicht möglich ist, weil perverses Verhalten nicht abgetrennt gesehen werden kann von potentiellen Ekelgefühle der Beobachter und / oder der Angst der Beobachter vor dem möglichen Zerbrechen der eigenen fragilen sexuellen Geschlechtsidentität. Darüber hinaus spielen auch Fürsorgeaspekte einen große Rolle, die in Beobachtern ausgelöst werden können, wenn es um perverse Phantasien oder perverses Verhalten geht, bei dem potentiell die Zielobjekte der Perversion Schaden nehmen können und deren Rechte im Rahmen des Strafgesetzes entsprechen geschützt werden müssen. Zusammenfassend kann festgehalten werden, dass konventionell entweder Ekel und/oder Angst bei Außenstehenden zur Bewertung einer sexuellen Handlung als Perversion geführt haben, während in der Gegenwart eine Tendenz vorherrscht, perverses Verhalten aufgrund von Fürsorgeaspekten kritisch zu bewerten und entsprechend einzuschränken bzw. zu verbieten.

Der Umgang mit der Perversion in der Psychotherapie

Aus psychotherapeutischer Sicht ist diese ekel- und/oder angstgetriebene Betrachtungsweise einer Perversion unbefriedigend. In Bezug auf den Fürsorgeaspekt als Reaktion auf eine Perversion erscheint es problematisch, wenn im Rahmen einer Psychotherapie perverses Verhalten und perverse Wünsche pauschal abgelehnt werden parallel dazu, wie diese im Rahmen des Strafgesetzbuches verboten sind. Ein Psychotherapeut hat nicht dieselbe Aufgabe wie ein Richter oder ein Staatsanwalt, sondern ist in erster Linie herausgefordert, irrational und fremdartig erscheinenden Wünschen mit einer offenen und dem Versuch einer nachvollziehenden Einstellung zu begegnen. Dies ist eine gefährliche Gratwanderung, weil Menschen mit perversen Wünschen, die die Interessen anderer Menschen grob verletzen könnten oder schon verletzt haben, dies leicht als Zustimmung fehlinterpretieren könnten. 

Wenn man den Begriff der Perversion im Rahmen einer Psychotherapie beibehalten und sinnvoll verwenden möchte, könnte man ihn im aufgeklärten Modus aus Patientenperspektive synonym verwenden mit der Abhängigkeit eines jeweiligen Patienten von bestimmten sexuellen Handlungen, die einen höheren Lustgewinn verschaffen als ihn der konventionelle Geschlechtsverkehr bietet und von dem er sich distanzieren möchte und/oder dessen schädliche Auswirken er begrenzen möchte sowohl für sich selbst als auch vor allem für anderer.

Perversion als Ausdruck oder als Ersatz von Phantasie

Eine wichtige Abstufung zwischen Schweregraden von perversem Verhalten in der Psychotherapie ist die Unterscheidung, ob die zugrunde liegenden perversen erotischen Phantasien ein Ausdruck von kreativer Phantasietätigkeit sind oder ob sie obsessiven Charakter haben und in ihrer jeweiligen Eindimensionalität oder Stereotypie geradezu einen Ersatz für fehlende oder zumindest stark eingeschränkte Phantasietätigkeit im erotischen Bereich darstellen. Je stärker die Fixierung auf perverses Wünsche ausgeprägt ist, desto mehr ist die Phantasie im erotischen Bereich eingeschränkt, was in der Regel auch mit einer Einschränkung von Möglichkeiten in der Lebensgestaltung einhergeht. Die mögliche günstige Entwicklung einer Psychotherapie wird man deshalb immer dann erwarten können, wenn Fixierungen nur relativ schwach ausgeprägt sind.

Perversion als Modeerscheinung

Spielarten eines aufgeklärten kulturrelativistischen Perversionsbegriffs wären z.B. harmlose nichtschädigende sado-masochistische Praktiken oder sexuelle Handlungen, bei denen die stereotypen Geschlechtsrollen aufgelöst werden oder solche, bei denen Sexualfetische eine besondere Rolle spielen und die in ihrem jeweiligen kulturellen Kontext Anstoß erregen oder gerade deshalb besonderes Interesse hervorrufen könnten.

Perversion als Beziehungsersatz

Der gesteigerte Lustgewinn bei den für Außenstehende pervers anmutenden Handlungen ist dabei häufig mit den jeweiligen Praktiken selbst verknüpft und nicht mit den sie ausübenden Personen. Im Bereich der Prostitution ist es daher sehr üblich, dass pervers empfundene Handlungen im Sinne von Rollenspielen verwendet werden, um einen gesteigerten Lustgewinn unabhängig von der Bedeutung der Beziehung zu ermöglichen. Eine Perversion verschafft Nähe auch zwischen Menschen, die sonst nichts oder nur wenig miteinander verbindet. Die Perversion funktioniert deshalb häufig als Beziehungsersatz.

Fetischismus und Perversion

Ob der Einsatz von einem Fetisch (Kleidungsstücke, bestimmte Körpermerkmale etc.) schon den Perversionen zugezählt werden kann, muss stark bezweifelt werden. Allerdings kann man ebenso wie bei der Perversion auch bei der Fixierung auf einen Fetisch die Austauschbarkeit von Partnern beobachten. Insofern können sich Perversion und Fetischismus überlappen und in beiden Bereichen kommt es zu einer Priorisierung von Teilaspekten der Erotik (Praktiken, Fetische, Rollenspiele etc) gegenüber der Zuneigung zu einem gemeinten Menschen, mit dem zusammen man sexuelle Befriedigung in variierender Form erreichen möchte. Wenn von Fetischismus und Perversion die Rede ist, sollte immer auch geprüft werden, ob das zugrunde liegende Problem eine Beziehungsstörung sein könnte und die geklagte perverse/fetischistische  Symptomatik nur deren Auswirkungen darstellt.

Soziale Perversion und Narzissmus

Unter sozialer Perversion versteht man die psycho-soziale Ausbeutung eines Menschen im Rahmen einer perversen Handlung, die von einem anderen Menschen aufgrund von dessen lustgesteuerter narzißtischer Phantasie vorgenommen wird bzw. werden muss. Hierzu gehört der unbewusste Zwang, einen anderen Menschen zum Weinen zubringen, wobei das Opfer so lange in Beziehungskonflikte verstrickt wird, bis es anfängt zu weinen. Eine andere Variante der sozialen Perversion besteht darin, anderen Menschen seinen eigenen Willen aufzudrücken, ihn zur freiwilligen Unterwerfung zu bringen. Eltern können dies mit ihren Kindern versuchen, indem sie diese an einer eigenständigen Entwicklung hindern und sie manipulieren, eigene verpasste Möglichen ersatzweise zu realisieren. Liebespartner können im Rahmen einer sozialen Perversion erotisch erregt werden, um sie letztlich zum freiwilligen Verzicht auf die erotische Befriedigung zu bringen. Der Lustgewinn besteht dann darin, sich narzißtisch an der quälenden Frustration des anderen zu berauschen.  Eine weitere Form von sozialer Perversion ist Mobbing, bei dem eine Lustbefriedigung dabei verspürt wird, jemandem anderen durch Ausschluss aus einer sozialen Gruppe, Schaden zufügen zu können und sich selbst dabei einen narzißtischen Lustgewinn zu verschaffen.

Behandlungsbedürftigkeit von Perversionen

Aus psychotherapeutischer Sicht können Perversionen behandlungsbedürftig sein, wenn die damit verbundenen sexuellen Handlungen oder psycho-sozialen Umgangsformen dazu führen, dass sich Menschen von bestimmten sexuellen Verhaltensweisen und bestimmten Umständen (Bordellbesuche etc.) abhängig fühlen und diese Abhängigkeit überwinden möchten. Ein zweiter Grund könnte darin bestehen, dass die perversen Handlungen fremdschädigenden oder selbstschädigenden Charakter haben oder als potentiell gesundheitsgefährdend empfunden werden.

Ein schlichter Grund, warum wegen erotischer Perversion psychotherapeutische Hilfe aufgesucht wird, ist mitunter, dass Menschen die finanzielle Möglichkeit fehlt, um sich weiter die bisher bevorzugten sexuellen Spielarten bei Besuchen von Prostituierten leisten zu können, und sie dann unter Entzugserscheinungen leiden.

Perversion und das Risiko von kriminellen Handlungen

Wenn Perversionen verbunden sind mit möglichen kriminellen Handlungen, sollten Sie sich unbedingt in eine Psychotherapie begeben. Eine Abstufung von Behandlungszielen könnte unter diesen Umständen könnte dann darin bestehen, dass die zugrunde liegenden perversen Phantasien so verändert werden, dass in ihnen keine kriminellen Handlungen mehr vorkommen. Wenn sich für Sie die Erreichung dieses Ziels als unrealistisch erweist, sollte Sie zumindest lernen, auf der Verhaltensebene Ihre Handlungen so zu steuern und zu kontrollieren, dass gewährleistet ist, Ihre perversen Phantasien mit potentiell kriminellen Inhalten niemals ausleben zu müssen bzw. zu können.

Behandlungsmotivation

Wenn Sie sich von der Fixierung auf sexuelle Handlungen lösen möchten, die Ihnen bisher einen bestimmten “Kick” verschafft haben und die Sie als problematisch ansehen oder die sie sich nicht mehr leisten können oder wollen, sollten Sie in einem vertraulichen Gespräch mit mir klären, welche psychotherapeutischen Möglichkeiten vorhanden sind, um Ihnen dabei professionelle Unterstützung zu bieten. Ein Erstgespräch ist jetzt auch in Form einer Onlineberatung via Skype möglich.

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