Psychotherapie nach Hörsturz und bei Tinnitus in Berlin

Hörsturz und Tinnitus

Auf dieser Seite erhalten Sie Informationen über Hörsturz und Tinnitus im Allgemeinen und über die psychotherapeutische Behandlung nach Hörsturz und bei Tinnitus in meiner Praxis in Berlin-Charlottenburg-Wilmersdorf.

Schwacher Tinnitus als Warnsignal

Unter dem Begriff Tinnitus werden alle möglichen Ohrgeräusche zusammengefasst. Hierzu gehören gelegentliches Fiepen, Pfeifen, Summen oder Brummen von einem oder oder mehreren Tönen. Wenn diese Beschwerden nur schwach ausgeprägt sind und auch nur gelegentlich auftreten, sind sie meist Folge des Besuchs von Veranstaltungen mit lauter Musik oder auch Folge von übermäßigem Alkoholgenuss. Können Sie solche äußeren Faktoren weitgehend als Ursache ausschließen, sollten Sie im Bereich der Psyche oder in Ihrem sozialen Umfeld nach Stressfaktoren suchen und sich fragen, ob Sie im Privatleben oder im Berufsleben zu viel Stress haben, den Sie bisher noch nicht als solchen bewusst wahrnehmen konnten. Denn Ohrgeräusche sind in der Regel ein erstes Warnsignal dafür, dass Sie sich mehr schonen sollten, dass Sie sich möglicherweise chronisch überfordern und kürzer treten sollten.

Starker Tinnitus als Alarmsignal

Treten Ohrgeräusche ganz plötzlich, sehr laut und dauerhaft auf, handelt es sich um einen Notfall. Sie sollten unverzüglich zum nächsten HNO-Arzt gehen und sich in eine akute Notfallbehandlung begeben. Denn je früher Ihr Tinnitus ärztlich behandelt wird, desto größer ist die Wahrscheinlichkeit, dass die Behandlung erfolgreich verläuft.

Die Diagnose bei leichteren Fällen oder einem akuten Fall von gravierendem Tinnitus stellt in jedem Fall Ihr HNO-Arzt. Bitte suchen Sie einen entsprechenden Facharzt auf, wenn Sie unter Ohrgeräsuchen leiden und lassen Sie sich eine Diagnose stellen und fragen Sie nach einer möglichen Behandlung.

Psychodynamische Aspekte des Tinnitus

Vom psychisch verursachten Tinnitus sind vor allem Menschen betroffen, die einen Hang zum Perfektionismus haben und selbst dann, wenn sie sich lieber erholen oder mit ihren Anstrengungen nachlassen sollten, noch mehr Anstrengungen unternehmen, um zum Erfolg zu kommen oder um ein möglicherweise unrealistisches Ziel kurzfristig zu erreichen.

In der Folge möchte ich noch kurz auf den Hörsturz eingehen. Denn ein Tinnitus tritt häufig als Folge eines Hörsturzes auf.

Hörsturz

Beim Hörsturz handelt es sich um einen plötzlich auftretenden (teilweisen oder vollständigen) Verlust des Hörvermögens meist erst nur auf einem Ohr. Beim Hörsturz sollten Sie sich ebenso wie beim akuten starken Tinnitus sofort in fachärztliche Behandlung begeben. Die physiologischen und anatomischen Vorgänge beim Hörsturz sind noch weitgehend unerforscht. Bitte fragen Sie Ihren Arzt, welche spezifischen körperlichen Ursachen in Ihrem Fall in Betracht zu ziehen sind.

Hörsturz und hochsensible Persönlichkeit

Ein Hörsturz tritt nicht selten bei Menschen auf, die aufgrund bestimmter Voraussetzungen leicht kränkbar sind. Dies ist beispielsweise oft bei Menschen mit hochsensibler Persönlichkeit der Fall, insbesondere wenn sie wiederholt Kränkungen ertragen mussten, sich aber nichts anmerken lassen wollen, weil sie nicht als schwach angesehen werden möchten. Sie müssen „die Zähne zusammenbeißen“ und gute Mine zum bösen Spielt machen. Emotionen werden durch das Verspannen der Muskulatur zurückgehalten. Lesen Sie bitte hierzu auch weiter den Artikel über Bruxismus.

„Ich kann es nicht mehr hören!“

Das Ohr als Indikator des noch Zuträglichen vermittelt auf der symbolischen Ebene mit einem Hörsturz „Ich kann es nicht mehr hören!“ im Sinne von „Ich kann es nicht mehr ertragen!“ Es handelt sich beim Hörsturz also um eine psychosomatische Dekompensation und auf der psychischen Ebene in symbolischer Form um eine Art von Veto. Das vegetative Systems erhebt anstelle des handelnden Teils der Persönlichkeit mit der psychosomatischen Dekompensation in Form eines Hörsturzes Einspruch gegen Enttäuschungen, Zumutungen, Kränkungen Überforderungen, Zurückweisungen und vor allem gegen die zu großen Anstrengungen, die damit verbunden sind, Gefühle von Wut, Angst, Verzweiflung und Depression zurückzuhalten.

Der Hörsturz und drei verschiedene Arten von Stress

Tinnitus und Hösturz gelten als psychosomatische Erkrankungen und werden als Folgen von chronisch wirksamen Stressfaktoren angesehen. In der differenzierten Betrachtungsweise sind dabei drei verschiedene Arten von Stress zu unterscheiden:

Mentaler Stress

Zum einen psychischer Stress, der aus dem mentalen System selbst stammt, z.B. in Form von Ansprüchen an sich selbst und die eigene Leistungsfähigkeit.

Psycho-sozialer Stress

Zum zweiten sozialer Stress, der aus angespannten privaten oder beruflichen Beziehungen herrühren kann (Streit, Kränkung, Zurückweisung, Mobbing).

Physiologischer Stress

Drittens physiologischer Stress, der etwa aus Bluthochdruck, Haltungsschäden, muskulären Verspannungen z.B im Bereich der Halsmuskeln bzw. Nackenmuskeln oder der Unterkiefermuskeln (auch in Verbindung mit Bruxismus) resultieren kann.

Stressfaktoren sind den Betroffenen meist unbewusst

Im Einzelfall findet man häufig Kombinationen von allen drei Arten von Stressfaktoren. Ein Hauptproblem von Patienten mit Hörsturz oder Tinnitus ist die Tatsache, dass Betroffene die Stressfaktoren nicht bewusst wahrnehmen und sie deshalb auch nicht gezielt begrenzen oder beseitigen können.

Aspekte der Behandlung von Tinnitus und nach Hörsturz

Auf einen möglichen Zusammenhang zwischen Hörsturz und Hypersensibilität oder Hochsensibilität bzw. aktuellen Stressfaktoren bzw. belastenden Erlebnissen ist im Falle von Hörsturz und Tinnitus bei der Anamnese und einer anschließenden Psychotherapie besonders zu achten.

Hörsturz und Tinnitus können als Gelegenheiten verstanden werden, am eigenen Leben etwas Grundsätzliches zu verändern. Warnsignale oder Alarmsignale eines Tinnitus können Ihnen die Chance bieten, mithilfe einer Psychotherapie nachhaltig Stressfaktoren in Ihrem Leben bewusster wahrzunehmen, zu reduzieren oder zu beseitigen, um weitergehende psychosomatische Erkrankungen vorbeugend zu behandeln.

Behandlungsmöglichkeiten bei Tinnitus und Hörsturz

In meiner Praxis ist zur Behandlung von Tinnitus die Methode der Wahl eine tiefenpsychologisch fundierte Psychotherapie bzw. in Einzelfällen auch eine analytische Psychotherapie bzw. eine Psychoanalyse.

Sollten Sie unter Tinnitus leiden oder haben Sie einen Hörsturz erlitten, zögern Sie nicht, ein unverbindliches Vorgespräch in meiner Praxis zu vereinbaren. Seit einiger Zeit gibt es in meiner Praxis für Ausnahmesituationen auch die Möglichkeit einer Onlineberatung.

Das könnte Sie auch interessieren:

Book

 

Wolfgang Albrecht