Psychotherapie bei Essstörungen in Berlin

Ursache verschiedener Essstörungen

Auf dieser Seite erhalten Sie Informationen über Essstörungen im Allgemeinen und über die Behandlung von Essstörungen in meiner Praxis in Berlin-Charlottenburg-Wilmersdorf.

Ursache der verschiedenen Essstörungen ist in vielen Fällen eine doppelte Entfremdung, der moderne Menschen heute ausgesetzt sind. Zum einen handelt es sich um eine Entfremdung vom unmittelbaren Erleben des eigenen Körpers. Dieses wird ersetzt wird durch die Orientierung an abstrakten Schönheitsidealen, die nur noch als mit Photoshop retuschierte Ikonen einer Glamourwelt existieren, aber in der Regel nicht oder kaum mehr real erfahrbar sind.

Zum anderen handelt es sich um eine Entfremdung von Lebensmitteln, die entweder aus dem eigenen Garten oder aus der unmittelbaren regionalen Lebensumgebung der Verbraucher stammen und frisch gekauft und zubereitet werden können. Stattdessen essen moderne Menschen in Kantinen, Imbissbuden, zweitklassigen Restaurants, kaufen sich Fertiggerichte und essen Snacks oder Lebensmittel, die von weit her kommen und schon allein wegen des Transports keine vollgültigen Nährstoffe mehr bereitstellen.

Hinzu kommen unkritische Identifikationen mit den Bewertungen oder Kommentaren anderer Menschen über den eigenen Köper, extreme Lebensumstände (exzessive sportliche Betätigung oder extremer Bewegungsmangel bei vorwiegend sitzender Arbeit bzw. Freizeitgestaltung) oder auch die Fixierung vieler Menschen auf die Geschmacksrichtung “süß”, während die gesünderen Bitterstoffe meist ganz gemieden werden.

Nicht zuletzt werden in den Medien der Ratgebersparte immer neue Diäten angeboten, die Betroffene nur restlos verwirren und sie immer weiter von ihrer authentischen Wahrnehmung der Bedürfnisse des eigenen Körpers und selbstzubereiteter, schmackhafter Nahrung aus regionalem Anbau entfernen.
Die Folge hiervon sind diverse Formen von Essstörungen, die miteinander gemeinsam haben, dass für die Betroffenen das eigene Körpergewicht/die eigene Figur oder das Essen zum Hauptthema des Lebens werden:

  1. Magersucht (Anorexia nervosa)
  2. Übergewicht (Adipositas), mit der Folge eines erhöhten Risikos, an Diabetes Typ 2 zu erkranken.
  3. Ess-Brech-Erkrankung/Bulimie (Bulimia nervosa). Fressattacken ohne Erbrechen bezeichnet man als Binge-Eating-Störung.
  4. Adonis-Komplex. Eine Über-Optimierung des muskulösen Körpers durch ungesunden Muskelaufbau mithilfe einseitiger proteinreicher Ernährung, meist unterstützt Doping durch Substanzen.

Übergewicht

Mögliche Ursachen für das Übergewicht (Adipositas): Bei vorwiegend sitzender Tätigkeit oder Freizeitbeschäftigung, meist ohne geregelte Mahlzeiten, werden beständig hochkalorische, entweder süße oder mit anderen Geschmacksverstärkern versehene Lebensmittel auf der Stufe von Snacks verzehrt. Zuckerhaltige Limonaden oder Obstsäfte dienen als ungesunde Getränke. Ursache hierfür ist neben dem Erwerb von falschen Gewohnheiten häufig auch eine latente Depression bei den Betroffenen. Beim Übergewicht kann es sein, dass die Gedanken der Betroffenen nur um das Essen kreisen und Fragen des Gewichts/der Figur keine Rolle spielen.

Magersucht (Anorexia nervosa)

Im Falle der Magersucht (Anorexia nervosa) besteht bei den Betroffenen (meist jungen Frauen) eine extreme Leistungs- und Konkurrenzbereitschaft, die sich darin äußert, das Gewicht des eigenen Körpers immer weiter reduzieren zu wollen. Dabei wird dieser Leistungsanspruch mit der Zeit so irreal, dass ein Erfolg erst dann akzeptiert werden kann, wenn der Körper immer weiter an Gewicht verliert. Bei schweren Fällen von Anorexie muss man von einer körperbezogenen Form einer Psychose bzw. Borderline-Störung sprechen, die eine stationäre Behandlung nötig macht.

Bulimie (Bulimia nervosa)

Die Bulimie (Bulimia nervosa) gehört zu den Essstörungen. Mit dem Begriff der Bulimie wird ein gestörtes Essverhalten beschrieben. Die Bulimie zeichnet sich durch eine Nähe zur latenten Depression aus. Deprimierende und andere unangenehmen Gefühle werden durch das impulsive Verspeisen von hochkalorischer Nahrung (meist während der Nacht) kompensiert und (mit Ausnahme des Binge-Eatings) anschließend wieder erbrochen, was zu einer chronischen Verätzung der Speiseröhre führen kann. Betroffen sind meist junge Frauen, die äußerlich attraktiv, angepasst, leistungsorientiert und erfolgreich sind. 

Fressanfälle bei Bulimie werden z.B. ausgelöst durch Enttäuschungen, Mangel an emotionaler Zuwendung, Ablehnungen oder nicht ausreichende Anerkennung im sozialen Bereich bzw. soziale Angst.

In der Anamnese ist häufig eine negativ gefärbte Beziehung zur Mutter der Betroffenen zu finden.

In der Psychotherapie geht es hauptsächlich um die Bearbeitung eines lädierten Selbstwertgefühls und um die Auseinandersetzung mit einem als problematisch empfundenen Bild vom eigenen Körper.

Für die Bulimie - wie auch für andere Essstörungen - gilt, dass dem Körper in der Regel wichtige Nährstoffe vorenthalten werden und sekundäre Erkrankungen durch eine Schwächung des Immunsystems etc. die Folge sein können.

Adonis-Komplex

Beim Adonis-Komplex (vorwiegend bei Männern und muskulösen Frauen auftretend) findet eine extreme Orientierung an Bodybuilding-Idealen statt. Die teilweise verwendeten Doping-Substanzen für den Muskelaufbau können erhebliche körperliche Schäden und systemische Erkrankungen hervorrufen.

Allen Essstörungen ist gemeinsam, dass dem Körper in der Regel wichtige Nährstoffe vorenthalten bleiben, wodurch eine Schwächung des Immunsystems eintritt. Sekundäre Erkrankungen können die Folge sein.

In meiner Praxis werden die genannten Essstörungen vorwiegend mit der tiefenpsychologisch fundierten Psychotherapie behandelt.
Handlungsorientierte Verfahren können im Einzelfall miteinbezogen werden. In besonderen Fällen ist auch eine analytische Psychotherapie sinnvoll.

 

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