Psychotherapie bei ADHS / ADS im Erwachsenenalter in Berlin

ADHS/ADS im Erwachsenenalter

Auf dieser Seite finden Sie einige Informationen darüber, wann eine psychotherapeutische Behandlung bei ADHS/ADS (Aufmerksamkeits-Defizit-Hyperaktivitäts-Störung) im Erwachsenenalter sinnvoll sein kann, weiterhin auch Hinweise, wie ADHS/ADS im Erwachsenenalter in meiner Praxis in Berlin Charlottenburg-Wilmersdorf psychotherapeutisch behandelt wird.

Die Beschwerden von erwachsenen ADS / ADHS Patienten sind komplexer als die von Kindern und Jugendlichen

Während sich bei Kindern und Jugendlichen die ADHS sich hauptsächlich in Form von Unkonzentriertheit, Hyperaktivität und seltener in verträumter Vergesslichkeit, äußert stehen bei Erwachsenen Überlagerungen mit verschiedenen Störungsbildern im Vordergrund, die aus der Krankheitslehre bekannt sind. Dazu gehören: Depressionen, Ängste, Zwänge, vermindertes Selbstwertgefühl, Partnerschaftskonflikte etc.

 

Erwachsene ADS/ADHS-Patienten haben in der Regel schon
über Jahre gelernt, mit grundlegenden Problemen von Unkonzentriertheit umzugehen. Auch die Hyperaktivität spielt meist keine so große Rolle mehr.

Dennoch neigen Erwachsene mit ADS/ADHS stark zum
Aufsuchen rauschhafter Gefühlszustände, zu einem übermäßig spontanen, unüberlegten Handeln und zu einem chaotischen Arbeits-- oder Lebensstil.

Beziehungs-Konflikte bei ADS/ADHS

Im Beziehungsleben und auch im Arbeitsleben kommt es häufig zu Konflikten, weil Erwachsene mit ADS/ADHS dazu neigen, sich zu distanzlos und unüberlegt gegenüber anderen zu verhalten. Bei Menschen mit ADS/ADHS kommt es häufig zu Arbeitsplatzkonflikten und Beziehungsproblemen, die im Einzelfall unterschiedliche Ursachen haben können, aber in vielen Fällen auf eine zu leichte Reizbarkeit und einen unangemessenen und zu unüberlegten Umgang mit anderen Menschen zurückzuführen sind.

Hinzu kommt nicht selten ein risikobereites Verhalten, was in der Kombination mit anderen unangemessenen Verhaltensweisen eher zur Eskalation von schwierigen Situationen beiträgt.

Behandlungsmöglichkeiten in meiner Praxis für erwachsene ADS / ADHS Patienten

Wenn die hier angesprochenen Symptome auf Sie zutreffen - Depression, Angst, zwanghaftes Verhaltes, vermindertem Selbstwertgefühl, Beziehungskonflikte im Privatleben oder im Arbeitsleben - ist eine psychotherapeutische Behandlung hilfreich und Ihnen deshalb anzuraten.

In meiner Praxis kommt hierfür eine tiefen-psychologisch fundierte Psychotherapie in Kombination mit handlungsorientierten und konzentrativen Verfahren zur Anwendung.

Lesen Sie bitte auch die Seite über Gruppentherapie für ADS / ADHS-Patienten und Coaching für erwachsene ADS / ADHS PatientenPsychotherapie Praxis in Berlin

 

Diagnostik von ADS / ADHS

Der Ausprägungsgrad der Beschwerden und die einzelnen Problembereiche variieren deutlich. Deshalb wird in meiner Praxis zunächst das komplexe Bild von ADS/ADHS (Aufmerksamkeits-Defizit-Hyperaktivitäts-Störung) beim jeweiligen Klienten bzw. Patienten ermittelt.

Die Diagnostik umfasst eine umfassende biographische Anamnese und eine detaillierte Analyse einerseits des Verhaltens mit den für ADS/ADHS typischen Beschwerden (Bewegungsdrang, Trödeln, Aufschieben, Vergessen, Detailversessenheit, Flüchtigkeitsfehler, oppositionelles Verhalten, Nichts-Wegwerfen-Können, inkonsequentes Verhalten, chaotischer Lebensstil, Impulsivität, Weglaufen, Sprunghaftigkeit im Denken und Handeln, Unkonzentriertheit, Verzetteln, sich für alles zuständig fühlen oder Hyperfokussierung) und andererseits die Analyse emotionaler Beeinträchtigungen (z.B. erhöhte Risikoberereitschaft auf Grund einer defizitären Empfindung von Angst, Besorgnis und Bedauern; impulsive Ausbrüche von Wut und Ärger).

Fehldiagnosen und Fehlbehandlungen von ADS /ADHS

Bitte beachten Sie das Problem von Fehldiagnosen und Fehlbehandlungen bei ADS/ADHS.
Die Problematik von ADS/ADHS-im Erwachsenenalter ist häufig überlagert von anderen Störungsbildern, sodass es bei oberflächlicher Betrachtung leicht zu Fehldiagnosen oder unvollständigen Diagnosen kommen kann.

Erwachsene ADS/ADHS Betroffene können leicht als Zwangskranke, Maniker, Depressive, Schizoide, Borderline-Patienten etc. fehldiagnostiziert werden.

Dies hat für die Behandlung in der Regel fatale Folgen und sollte unbedingt vermieden werden. Falls Sie als Kind an ADS/ADHS litten und jetzt im Erwachsenenalter eine Psychotherapie benötigen, sollten Sie sich an jemanden wenden, der sich mit der Problematik wirklich auskennt.

Kontraindikationen bei ADS /ADHS

Bei ADS / ADHS besteht eine Kontraindikation zur Hypnose. Bitte weiterlesen über Kontraindikationen zur Hypnose.

Eine Teilnahme von ADS / ADHS Patienten an einer Gruppentherapie ohne vorbereitende Einzeltherapie ist in der Regel kontraindiziert.

Unterschiede zwischen Kindern und Erwachsenen bei ADS und ADHS

Auf dieser Seite finden Sie einige Informationen aus dem Bereich meiner Praxis in Berlin-Charlottenburg-Wilmersdorf zur Frage, inwiefern die Beschwerden von Erwachsenen mit ADS/ADHS von denen bei Kindern und Jugendlichern abweichen können.

Bei Kindern und Jugendlichen steht das hyperkinetische Syndrom oft im Vordergrund. Dieses ist bei Erwachsenen in der Regel erheblich weniger ausgeprägt und zeigt sich dann eher in einer motorischen Unruhe, hektischen Bewegungen oder in einer gesteigerten Aktivität nur in bestimmten Bereichen oder Situationen.

Es gibt aber auch erwachsene ADHS-Patienten mit einem deutlichen Bewegungsdrang z.B. in Form von exzessivem Tanzen, halsbrecherischem Radfahren oder Spinning im Sportstudio etc.

Während Kinder und Jugendliche mit ADHS mehr zum Trödeln und zu Flüchtigkeitsfehlern neigen, können Erwachsene mit ADHS sowohl notorische Zuspätkommer sein als auch überpünktliche Menschen und Hyperfokussierte, denen dann aber doch immer wieder der Blick für’s Ganze verloren geht.

Die Unkonzentriertheit bei Kindern zeigt sich bei Erwachsenen häufig in planlosem Vorgehen, chaotischem Lebensstil und z.B. in dem Zwang, nichts wegwerfen zu können (Messie-Syndrom). 

ADHS - Langzeitstudie - Veränderungen über die Lebensphasen bei ADS / ADHS

Eine Langzeitstudie in den USA verfolgte das Ziel zu klären, ob ADHS bei Kindern und Jugendlichen sich bei Erwachsenen quasi “auswächst”. Das Ergebnis ist negativ. Nur 37,5% der ehemaligen ADHS-Patienten waren als Erwachsene frei von ADHS oder anderen psychischen Störungen.

“57 Prozent der ADHS-Kinder litten auch als Erwachsene noch unter mindestens einer psychischen Störung, darunter Angsterkrankungen, Depression, antisoziale Persönnlichkeitsstörungen und manische Phasen.  29 Prozent von ihnen hatten noch immer ADHS, ein Großteil dieser Patienten hatte zusätzlich noch mindestens eine weitere psychische Auffälligkeit. Bei der Kontrollgruppe der Probanden, die als Kinder nicht unter ADHS gelitten hatten,  waren weitaus weniger von psychischen Erkrankungen betroffen...”  Quelle: Bild der Wissenschaft.

Wolfgang Albrecht