Kostenübernahme für Psychotherapie nach dem Bundessozialhilfegesetz (BSHG)

Wenn die Krankenkasse eine Finanzierung ablehnt

In meiner Praxis für Psychotherapie, Psychoanalyse und Coaching in Berlin werden auch traumatisierte Flüchtlinge und psychisch kranke Patienten nach vollstationären oder teilstationären Klinikaufenthalten oder ergänzend zu einer nervenärztlichen Versorgung behandelt. Die Kostenerstattung durch die gesetzlichen Krankenkassen ist bei chronifizierten Beschwerden oft schwierig und bei Patienten ohne Krankenversicherung ausgeschlossen. Deshalb kann eine Kostenübernahme nach dem Bundessozialhilfegesetz (BSHG) durch die Bezirksämter eine Alternative sein.

Wolfgang Albrecht Praxis für Psychotherapie, Psychoanalyse und Coaching in Berlin Charlottenburg Wilmersdorf Kosten BSHG

Malerei A. Albrecht | Foto: © W. Albrecht

Für chronisch kranke Psychiatriepatienten, Flüchtlinge und Behinderte besteht die Möglichkeit einer Kostenübernahme nach dem BSHG durch die Bezirksämter. Die Begutachtung erfolgt durch den Sozialpsychiatrischen Dienst.

Wenn Sie sich beraten lassen möchten, ob in Ihrem Fall die Finanzierung einer Psychotherapie nach dem BSHG möglich ist, nehmen Sie bitte Kontakt mit dem Sozialpsychiatrischen Dienst Ihres Bezirks auf.

 

Die rechtlichen Aspekte einer Kostenübernahme nach dem BSHG

Aus einem Gutachten, das von der Psychotherapeutenkammer Berlin bei Herrn RA Dr. Zieger in Auftrag gegeben wurde, läßt sich für die psychotherapeutische Behandlung chronisch Kranker und Behinderter folgendes entnehmen:

"Ist mit Rücksicht auf die besondere Problematik des behinderten Menschen eine Psychotherapie erforderlich, die nach Anlass, Inhalt und/oder Zielsetzung keine Krankenbehandlung nach SGB V darstellt, besteht keine Eintrittspflicht der Krankenklasse. Dann kann sich der Sozialhilfeträger auch nicht auf den Vorrang des Trägers der Krankenversicherung berufen. Ist Anlass der Therapie nach den oben dargestellten Kriterien der Unterscheidung zwischen "Krankheit" und "Behinderung" (vgl. B 2 a und B 3 a) also nicht eine behandlungsbedürftige und behandlungsfähige Erkrankung, sondern eine dauerhafte Situation der Behinderung, bei der die Therapie weniger auf Beseitigung oder Linderung der psychischen Störung gerichtet ist, sondern ausschließlich oder überwiegend (schwerpunktmäßig) auf die Ermöglichung der Teilhabe am Leben in der Gemeinschaft, dann wäre Psychotherapie in einem Richtlinienverfahren als Leistung zur medizinischen Rehabilitation im Rahmen der Eingliederungshilfe zu bewilligen."

zitiert nach:  Zieger, Matthias : Gutachten zur Frage, welche Anforderungen an Psychologische Psychotherapeuten im Zusammenhang mit der Bewilligung von Therapien nach dem Bundessozialhilfegesetz gestellt werden können. Erstattet der Kammer für Psychologische Psychotherapeuten und Kinder- und Jugendlichenpsychotherapeuten im Land Berlin.  Berlin 2005, S. 30.

Das könnte Sie auch interessieren:

Book

 

Wolfgang Albrecht